Für die großen und kleinen Katastrophen war Rampl persönlich nur im geringen Maße verantwortlich, die Prügel aber steckte immer er ein. Irgendwann im Sommer 2004 hatte er davon die Nase voll, bald sprach er im Geheimen nur noch mit dem Mailänder Großbanker – mit Unterstützung der Gewerkschaft Verdi, auf deren Rückendeckung er stets sehr großen Wert legte.
Rampl hat sich aus bescheidenen Anfängen hochgearbeitet. Als Bankkaufmann begann er 1968 bei der Bayerischen Vereinsbank, das Studium der Betriebswirtschaft holte er in Abendkursen nach. Früh zog es ihn ins Ausland, in Genf absolvierte er die erste Auslandsstation, später, unter anderem für die BHF-Bank, ging er zwei Mal nach New York.
Als Vertrauter des Vereinsbank-Chefs Schmidt gelangte er 1995 in den Vorstand der damaligen Vereinsbank, die mit der Hypo-Bank fusionierte. Von der besonderen Beziehung zu Schmidt ist bekanntlich nicht viel übrig geblieben, dieser wurde zu einem der schärfsten Kritiker seines Nachfolgers. Auch das gehört zu den Kosten einer bemerkenswerten Karriere. Für Dieter Rampl, den Bayern mit österreichischem Pass und inzwischen bestem italienischem Netzwerk, ist das heute schon ein Stück Vergangenheit.
