Durch internationale Konsolidierung und den Vormarsch ausländischer Wettbewerber nach Indien erwachsen allerdings selbst den Vorzeige-Töchtern Tata Motors, Tata Steel und TCS neue Herausforderungen. Andere Firmen schwächeln, vor allem die Festnetztochter VSNL und der Mobilfunker Tata Teleservices. Das lässt einem Manager keine Ruhe, der sich selbst als „ungeduldigen Menschen“ beschreibt.
Tata treibt der Ehrgeiz, die gesamte Gruppe fit zu machen für den globalen Wettbewerb, und er sieht sich nicht am Ziel. „Ich wünsche mir eine Gruppe, die viel schneller Entscheidungen trifft, größere Risiken wagt und sich leichter mit den Zeiten ändert“, sagt er mit sonorer Stimme.
Gerade wurde die Altersgrenze für Vorstände der Gruppe von 70 auf 75 Jahre hochgesetzt. Damit muss Tata nicht in zwei Jahren abtreten, sondern kann bis 2012 Chairman bleiben. Er beteuert vehement, er klebe nicht an seinem Posten. Aber es beruhigt ihn, mehr Zeit zu haben, um einen Nachfolger aufzubauen.
Einen Kronprinzen gibt es nicht. Die Mitglieder der Großfamilie halten nur ein paar Prozent am Konzern; nur wenige arbeiten darin, keiner auf exponiertem Posten. Der nächste Chairman könnte erstmals kein Tata mehr sein. „Es wäre schön, wenn er aus der Familie käme, aber das ist kein Kriterium“, sagt der Konzernlenker und fügt mit typischem Understatement hinzu: „Ich bin hier auch nur ein normaler Angestellter. Der einzige Unterschied ist, dass ich den Namen der Firma trage.“
