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07.08.2008 
Bernd Bischoff

Ratlos in Paderborn

von Joachim Hofer

Die Zukunft des PC-Herstellers Fujitsu Siemens steht in den Sternen. Konzernchef Bernd Bischoff bleibt nichts anderes übrig, als seine Mitarbeiter zu beruhigen.

Bernd Bischoff erhält Druck von Gesellschaftern und Kunden. Lupe

Bernd Bischoff erhält Druck von Gesellschaftern und Kunden.

MÜNCHEN. In Bayern haben am vergangenen Freitag die Sommerferien begonnen. Bernd Bischoff allerdings hat keine Zeit, um in Urlaub zu fahren. Stattdessen reist der Chef des Münchener PC-Produzenten Fujitsu Siemens Computers (FSC) unermüdlich von einem Standort zum anderen, um seine verunsicherte Belegschaft zu beruhigen. So wie gestern in Paderborn, wo der gebürtige Schwarzwälder mit mehreren Dutzend Beschäftigten aller Hierarchiestufen diskutierte.

Auf seiner Tour durch Europa stellen ihm die Mitarbeiter in diesen Tagen viele Fragen. Die entscheidende aber kann der Betriebswirt nicht beantworten: Wie geht es weiter mit Europas größtem Computerhersteller?

Das liegt nicht in seiner Hand. Gestern hat das "Wall Street Journal" verkündet, Siemens ziehe sich aus dem Gemeinschaftsunternehmen mit Fujitsu zurück und habe die Japaner bereits darüber informiert.

Solche Gerüchte gibt es bereits seit Wochen. Keine der beiden Seiten hat sie bisher bestätigt. Doch sie sorgen intern und unter den Kunden für viel Unruhe. "Kein Kommentar", hieß es auch gestern bei Siemens. Im Umfeld des Konzerns verlautete jedoch, es sei noch keine Entscheidung gefallen, die Gespräche zwischen beiden Partnern würden fortgesetzt.

Ein klares Bekenntnis zu FSC hat der seit einem Jahr amtierende Siemens-Chef Peter Löscher bislang nicht abgegeben. Klar ist derzeit nur, dass die Partner bald regeln müssen, was mit dem größten Computerhersteller mit Sitz in Europa passieren soll. Um aus der 1999 geschlossenen Partnerschaft mit Fujitsu auszusteigen, muss Siemens den Vertrag bis zum September dieses Jahres und damit ein Jahr vor Ablauf kündigen. Ansonsten verlängert er sich automatisch bis zum Jahr 2014. Fujitsu hätte dann ein Vorkaufsrecht für den 50-Prozent-Anteil der Deutschen.

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