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11.09.2008 
Chris Viehbacher wechselt zum drittgrößten Pharmahersteller der Welt

Sanofi-Aventis gibt sich neue Führung

von Siegfried Hofmann und Tanja Kuchenbecker

Mit einem neuen Mann an der Spitze will Sanofi-Aventis zurückfinden zum Wachstumskurs. Chris Viehbacher übernimmt die Führung und folgt Gerard Le Fur, der erst vor zwei Jahren an die Spitze des Unternehmens gerückt war. Mit dem Wechsel geht auch ein Strategiewandel einher.

Neue Führung, neue Strategie. Foto: APLupe

Neue Führung, neue Strategie. Foto: AP

FRANKFURT/PARIS. Mit einem überraschenden Führungs- und Strategiewechsel will der Pharmakonzern Sanofi-Aventis zum Wachstumskurs zurückfinden. Zum ersten Dezember soll der bisherige Glaxo-Smithkline-Manager Chris Viehbacher die Führung beim drittgrößten Pharmahersteller der Welt übernehmen.

Der 48-jährige Deutsch-Kanadier löst den Sanofi-Aventis-Chef Gerard Le Fur ab, der erst vor zwei Jahren an die Spitze des Pariser Pharmariesen gerückt war, seither aber eher glücklos agierte. Die Börse honorierte den Wachwechsel daher mit einem Kursplus von zeitweise mehr als fünf Prozent.

Der französische Konzern, der 2004 aus der Übernahme von Aventis durch Sanofi entstanden ist, leitet zugleich einen Strategiewandel in Richtung Diversifikation ein. Der Aufbau des Geschäfts in anderen Segmenten des Medizin- und Gesundheitsbereiches müsse vorangetrieben werden, heißt es in einem Beschluss des Verwaltungsrates.

Damit dürfte sich Sanofi-Aventis künftig stärker an Konkurrenten wie Novartis und Glaxo-Smithkline (GSK) orientieren, die ebenfalls außerhalb des klassischen Pharmageschäfts nach Wachstumsmöglichkeiten suchen. Viehbacher leitete bei GSK zuletzt das US-Geschäft, musste im Rennen um den Spitzenjob bei dem britischen Konzern aber seinem Kollegen Andrew Witty das Feld überlassen.

In Paris übernimmt er nun die Führung bei einem Konzern, der sich bislang noch fast ausschließlich auf Original-Medikamente und Impfstoffe konzentriert hat. Zaghafte Versuche von Sanofi-Aventis, das Geschäft mit patentfreien Nachahmermedikamenten (Generika) auszubauen, waren in den vergangenen beiden Jahren kaum vorangekommen. Eine Übernahme-Offerte für den tschechischen Generikahersteller Zentiva scheiterte am Widerstand des dortigen Managements.

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