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02.06.2008 

Henkel-Manager verweisen allerdings darauf, dass auch ihr Ex-Chef noch nie vor einer Aufgabe zurückgeschreckt sei. So verkündete Lehner noch kurz vor seinem Abgang bei Henkel den Abbau von 3 000 Stellen - statt die schlechte Botschaft seinem Nachfolger Kasper Rorsted zu überlassen.

Hilfe dürfte Lehner von Helmut Sihler bekommen, sein alter Mentor. Der Österreicher führte vor ihm nicht nur Henkel, sondern stand auch bis zum Jahr 2000 dem Telekom-Aufsichtsrat vor und führte den Konzern als Interimschef nach dem Abgang von Ron Sommer im Juli 2002 für vier Monate.

Sihler war es, der Lehner als einzigen Familienfremden neben den Porsche - und Piëch-Clans in das Kontrollgremium von Porsche brachte. Seit fast eineinhalb Jahren sitzt der Düsseldorfer nun im Aufsichtsrat des Stuttgarter Autobauers und hat sich in dieser Zeit Respekt im Familienkreis erworben. "Das sind nicht nur Eigentümer, sondern starke Persönlichkeiten, da will das schon was heißen", sagt ein Porsche-Kenner.

Zugute kommt dem Düsseldorfer Lehner seine nüchterne Art, die ihn bereits in frühen Karrierestationen als Wirtschaftsprüfer bei der KPMG und Controller bei Krupp auszeichnete. Selbst die mangelnde Kenntnis der Telekom-Strukturen könnte sich für den passionierten Handy-Sammler ("Ich habe mindestens 34 Stück") als Vorteil erweisen. "Er ist unvoreingenommen. Kennt keine Tabus und ist kein Buddy von Telekom-Chef René Obermann", sagt ein Vertrauter. Anfang Mai 62 Jahre alt geworden, präsentierte sich der Marathonläufer bereits zwei Wochen später als Aufsichtsratschef, der mit harter Hand die Hauptversammlung leitete. Vertraute erinnern jetzt an einen von Lehners Lieblingssätzen: "Ich hasse es, Dinge nicht zu wissen." Mit der Einstellung dürfte er noch einige im Skandalkonzern Telekom aufschrecken.

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