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28.11.2007 
Telecom Italia

Seine zweite Chance

von Katharina Kort

Franco Bernabè erlebte als Vorstandschef von Telecom Italia die größte Niederlage seines Lebens. Nun versucht er es noch einmal und muss beim Telekommunikationskonzern neue Probleme meistern.

Der nue Chef soll wieder eine klare Richtung für den Konzern finden. Foto: apLupe

Der nue Chef soll wieder eine klare Richtung für den Konzern finden. Foto: ap

MAILAND. Mit einem freundlichen Lächeln im Gesicht schneidet Franco Bernabè unter der sengenden ägyptischen Sonne das rote Band entzwei. Der Vorstandsvorsitzende des italienischen Erdölkonzerns eröffnet eine neue Anlage auf der Sinai-Halbinsel. Kaum ist die schweißtreibende Zeremonie beendet, zieht er sich wieder ins Abseits zurück – möglichst weit weg von den Medienvertretern, die den Konzernchef in den Süden begleitet haben. Das war vor zehn Jahren.

Aber bis heute hat sich an seinem Verhalten nichts geändert. „Freundlich, aber jenseits des Rampenlichts“ – so beschreiben Wegbegleiter den Manager mit der Aura des braven Schwiegersohns, der demnächst den italienischen Telekommunikationskonzern Telecom Italia führen soll, einen der fünf größten Spieler in Europa. Nach mehr als sieben Monaten haben sich die neuen Aktionäre von Telecom Italia auf Franco Bernabè als neuen Vorstandsvorsitzenden geeinigt. Voraussichtlich wird sich der Verwaltungsrat am kommenden Montag treffen, um ihn offiziell zu ernennen.

Der im südtirolischen Sterzing geborene Eisenbahnersohn übernimmt einen angeschlagenen Konzern in einem schwierigen Wettbewerbsumfeld. In den vergangenen Jahren hat der vorherige Hauptaktionär Pirelli vor allem Dividenden abgezogen, um die eigenen Schulden zu bedienen. Ende April hat Pirelli zwar den Verkauf seiner Kontrollbeteiligung an die spanische Telefónica und deren italienische Partner bekanntgegeben. So sitzen in dem Konsortium „Telco“ von Telefónica auch Italiens größter Versicherer Generali, die Banken Mediobanca und Intesa Sanpaolo sowie der Modekonzern Benetton. Doch seitdem navigiert der Telekomkonzern richtungslos umher.

Als eine der ersten Amtshandlungen muss Bernabè wohl das Festnetz angehen. Denn die italienische Telekomaufsicht drängt auch auf Druck der Konkurrenten darauf, dass Telecom Italia sein Festnetz nach britischem Vorbild abspaltet und das Netz auch anderen Anbietern zugänglich macht. In Italien kontrolliert der Ex-Monopolist bisher mehr als zwei Drittel des Festnetzmarkts. Zudem muss Telecom Italia massiv in das Breitbandgeschäft investieren, um die Leistung zu erhöhen. Insgesamt hat Telecom Italia elf Millionen Breitbandkunden, 7,4 Millionen davon in Italien, die übrigen in Frankreich und Deutschland, wo die Italiener Hansenet übernommen haben, die unter der Marke „Alice“ firmiert. Und Bernabè muss das verunsicherte Personal motivieren. „Wir müssen den Mitarbeitern des Konzerns ihren Stolz wiedergeben, für eine große Telekommunikationsgruppe zu arbeiten“, soll er seinen engen Vertrauten bereits gesagt haben.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Er versteht das Geschäft

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