Eins ist jedoch klar: Mit seinen 59 Jahren bringt Bernabè kein frisches Blut zu Telecom Italia. Wie aus Finanzkreisen verlautet, hatte sich Telefónica als neuen Chef einen „Manager vom Schlage Marchionnes“ gewünscht. Der unabhängige Italo-Kanadier Sergio Marchionne hat vor wenigen Jahren den Chefposten beim maroden Fiat-Konzern übernommen und das Unternehmen mit einer Radikalkur wieder in die Gewinnzone gebracht. Bernabè dagegen gilt bei italienischen Beobachtern eher als italienischer Garant, der dem spanischen Aktionär Telefónica die Stirn bieten kann.
„Ein Marchionne ist Bernabè nicht“, heißt es in Kreisen der Großbank Unicredit. Der Präsident von Unicredit, Ex-HVB-Chef Dieter Rampl, hat sich im Nominierungskomitee des wichtigen Aktionärs Mediobanca der Stimme enthalten. Unicredit-Chef Alessandro Profumo hat sich wohl einen jüngeren Vertreter gewünscht und einen transparenteren Entscheidungsprozess.
Beobachter halten Bernabè zugute, dass er etwas vom Geschäft versteht. Für ihn ist es eine Rückkehr zu seinem alten Arbeitgeber. Nach seinen Jahren beim Ölkonzern Eni hat er zwischen 1998 und 1999 schon einmal Telecom Italia geführt – und die größte Niederlage seines Lebens eingesteckt. Damals versuchte er, ein Übernahmeangebot von Olivetti zu verhindern, indem er sich der Deutschen Telekom anbot. Seine Verhandlungen mit dem damaligen Telekom-Chef Ron Sommer führten jedoch ins Leere. Die italienische Regierung zog einen heimischen Investor dem deutschen vor und begründete das vor allem damit, dass der Staat an der Deutschen Telekom beteiligt sei.
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