Als Unternehmensberater firmiert derzeit Ex-Europa- und -Strategiechef Johannes Feldmayer. Gegen ihn ermitteln gleich zwei Staatsanwaltschaften. In der Affäre um Schmiergeldzahlungen an die arbeitgeberfreundliche Arbeitnehmerorganisation AUB wurde gerade erst Anklage gegen ihn erhoben.
Einen Beratervertrag mit Siemens hatte nach seinem Ausscheiden auch Ex-Zentralvorstand Uriel Sharef, der einst unter anderem die Energieerzeugungssparte betreute. Inzwischen allerdings hat Siemens den Vertrag gekündigt, die Staatsanwaltschaft ermittelt auch gegen Sharef.
Bei den Schadensersatzforderungen, die der Aufsichtsrat am kommenden Dienstag beschließen soll, geht es um enorme Summen. Allein die Anwalts- und Beratungskosten im Zuge der Affäre dürften einen Milliardenbetrag ausmachen. Hinzu kommen zum Beispiel Bußgelder und die erwartete Strafe durch die US-Börsenaufsicht SEC.
Einen Tag vor der Aufsichtsratssitzung wird das Münchener Landgericht am Montag voraussichtlich das Urteil im Strafprozess gegen Reinhard Siekaczek sprechen. Einen direkten Zusammenhang mit den Schadensersatzforderungen gibt es nicht. Beobachter rechnen aber damit, dass sowohl der Ausgang des Strafprozesses als auch die harten Forderungen von Siemens gegenüber den früheren Vorständen Signalwirkung haben für die deutsche Wirtschaft.
Erstmals dürfte vielen Managern so richtig klar werden, welches persönliche Risiko sie eingehen, wenn sie bei Korruptionsvergehen lieber wegschauen.
