Nach sechs Jahren verabschiedet sich Wolfgang Römer in den Ruhestand. Nach anfänglicher Skepsis fällt es der Versicherungswirtschaft recht schwer, ihren ersten Ombudsmann ziehen zu lassen. Nachfolger des 71-Jährigen wird ein ehemaliger Präsident des Bundesgerichtshofes.
Römer geht. Quelle: Versicherungsombudsmann e.V.
DÜSSELDORF. Er selbst wollte einfach nur „mit einem netten Gruß das Haus verlassen“. Doch so einfach lässt die Versicherungswirtschaft Wolfgang Römer (71), ihren ersten Ombudsmann, nach sechsjähriger Amtszeit nicht ziehen. Zur heutigen Feier in Berlin ist neben Bundesjustizministerin Brigitte Zypries auch der Nachfolger geladen: Günter Hirsch (65), ehemaliger Präsident des Bundesgerichtshofes (BGH). Römer hat Hirsch selbst für das Amt empfohlen.
Es ist schon eine leise Ironie des Schicksals, dass das Ausscheiden von Römer der Branche am Ende recht schwer fällt. Zu Beginn sah das ganz anders aus. 2001 musste sich der damalige Präsident des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), Bernd Michaels, erst gegen heftigen Widerstand aus den eigenen Reihen durchsetzen. Schließlich überzeugte er die Mehrheit der Mitgliedsunternehmen und schuf die Institution Ombudsmann: eine von der Branche finanzierte, doch unabhängige Schlichtungsstelle für Verbraucherbeschwerden rund um private Versicherungen – mit Ausnahme der privaten Krankenversicherung. Die Krankenversicherer haben ihren eigenen Ombudsmann.
Mit Römer gab der GDV der neuen Stelle nicht bloß ein Gesicht. Er nahm zugleich den zahlreichen Kritikern den Wind aus den Segeln. Verbraucherschützer befürchteten damals, die Institution habe nicht mehr als eine Alibifunktion. Doch mit der Berufung des pensionierten BGH-Richters Römer ist Michaels ein kluger Schachzug gelungen.
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