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18.10.2007 

Trotz aller Berechnungen und Berater: Die Entscheidungen trifft Mayrhuber allein, und drängeln lässt er sich bei deren Findung von nichts und niemandem. Seine Sturheit gibt er auch nicht auf, wenn er vorgeführt zu werden droht wie jüngst von Thomas Middelhoff. Der Mehrheitseigner der Ferienfluggesellschaft Condor hatte erst Minderheitseigner Mayrhuber seine 75 Prozent angeboten. Der Plan: Condor, den Ferienflieger Tuifly sowie den Billigflieger Germanwings zu vereinen und gegen die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Air Berlin sowie Europas führende Billigfluglinien Ryanair und Easyjet ins Feld zu führen.

Middelhoff ging es aber nicht schnell genug. So lief er zu Air-Berlin-Chef Joachim Hunold. Der zögerte nicht lange und kaufte Middelhoff die 75 Prozent Anteile an Condor ab. Der Coup macht Hunold im ersten Moment zum mutigen Macher – und Mayrhuber zum Zauderer. „Vor einem Gesichtsverlust haben Mayrhuber nur die für Air Berlin nicht optimalen Konditionen bewahrt: der hohe Preis, die über zwei Jahre mögliche Blockadehaltung durch Lufthansa und der Verbleib der Markenrechte bei Lufthansa“, sagt ein Insider.

Die Luftnummer mit Middelhoff ficht Mayrhuber nicht an. Er bleibt locker genug, um kurz nach der Schlappe mit breitem Lachen die Damenfußballnationalmannschaft als neuen Weltmeister am Frankfurter Flughafen zu begrüßen. Ganz akzeptieren kann und will er die neue Air Berlin aber noch nicht. Auf Freundschaftsdienste, sprich die vorzeitige Freigabe des Lufthansa-Minderheitsanteils von 25 Prozent an Condor, brauchen Middelhoff und Hunold vorerst nicht zu hoffen.

Mayrhuber hat auf stur geschaltet. Auf die Frage, ob es weiter Gespräche mit Middelhoff gebe, sagt er in Kairo: „Es herrscht Sendepause!“ Und eine Tuifly könne er sich unter dem Dach der Lufthansa auch nicht vorstellen. Die Konsolidierung in Deutschland liegt erst einmal auf Eis.

Vita

1947

Wolfgang Mayrhuber wird am 22. März in Waizenkirchen in Österreich geboren. Er studiert Maschinenbau an der Höheren Technischen Bundeslehranstalt in Steyr/Österreich sowie am Bloor Institute in Kanada.

1970

Er beginnt bei Lufthansa als Ingenieur der Triebwerkswartung, weil ihm die Lufthansa-Pilotenschule absagt. Von seinem Traumberuf Pilot muss er sich deshalb verabschieden. Doch als Chef eines Sanierungsteams empfiehlt er sich später für höhere Aufgaben im Konzern.

1994

Er wird Chef der Wartungstochter Lufthansa Technik AG.

2001

Mayrhuber rückt dank seines Förderers, des Konzernchefs Jürgen Weber, in den Zentralvorstand der Lufthansa auf und leitet das größte Geschäftsfeld Passagierverkehr.

2003

Er wird am 18. Juni Konzernchef.

2005

Im März wird sein Vertrag bis Ende 2010 verlängert. Wolfgang Mayrhuber ist verheiratet und hat drei Kinder.

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