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25.07.2008 
Wolfgang Mayrhuber

Streikbrecher gesucht

von Tanja Kewes

Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber schreibt einen offenen Brief an alle Mitarbeiter und greift so in den Tarifkonflikt ein. Doch die Fronten sind verhärtet.

In einem offenen Brief wendet sich Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber an die Belegschaft, um weitere Streiks abzuwenden. Foto: apLupe

In einem offenen Brief wendet sich Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber an die Belegschaft, um weitere Streiks abzuwenden. Foto: ap

DÜSSELDORF. Wolfgang Mayrhuber ist eigentlich einer von ihnen – auch wenn er mit seinen 1,90 m Körpergröße und seiner Entourage, die ihm bei öffentlichen Auftritten stets folgt, bisweilen abgehoben daherkommt. Als junger Mann will er Pilot werden, scheitert aber am Aufnahmetest. Nach dem Ingenieurstudium geht er zur Lufthansa Technik und steigt später zum Vorstandschef auf. An seiner Seite seine Frau – eine ehemalige Stewardess, kennengelernt bei Lufthansa.

Das Pfund, 38 Jahre beim Kranich zu sein, wirft Mayrhuber jetzt in den Laderaum, um die Maschine Lufthansa in der Balance zu halten. In einem offenen Brief wendet sich Mayrhuber an die Belegschaft, um weitere Streiks abzuwenden. Die Tarifauseinandersetzung sei „völlig überflüssig und kontraproduktiv“ und „gegebenenfalls sogar gefährlich“, schreibt Mayrhuber gestern. „Egal, in welchen Geschäftsfeldern Sie arbeiten, Ihnen allen ist der Spannungsbogen zwischen der großen Faszination unserer Branche und den sehr engen wirtschaftlichen Spielräumen bestens bekannt.“ Und weiter: „Ich habe meinen Werdegang nicht vergessen.“

Die Vertreter der Piloten und des Boden- und Kabinenpersonals, die Vereinigung Cockpit und die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, reagieren gelassen. „Der offene Brief wird intern keine Effekte haben. Die Argumente sind alle längst bekannt. Die Mitarbeiter, die kämpfen wollen, werden sich davon nicht beeindrucken lassen“, sagte Lufthansa-Gesamtbetriebsratschef und Verdi-Mitglied Wolf Liebetrau dem Handelsblatt.

Auch Mayrhubers indirekte Drohung, Arbeitsplätze abzubauen („Relativ gesehen ist unser Ergebnis immer noch zu schwach, um unser Wachstum zu finanzieren und Ihnen Arbeitsplatzsicherheit zu geben.“), schreckt die Gegenseite nicht. „Wir erwarten neue, verbesserte Angebote“, sagt Thomas Gommert, Verhandlungsführer der Vereinigung Cockpit. Alles andere wie dieser Brief sei nur „Begleitmusik“.

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