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06.12.2006 
Fusionsberater Bruce Buck

Strippenzieher und Einfädler

von Michael Maisch

Ob es die Verteidigung des Luxemburger Stahlkonzerns Arcelor oder des spanischen Energiekonzerns Endesa ist. Bruce Buck gehört als Europa-Chef der US-Kanzlei Skadden, Arps, Slate Meagher & Flom zu den wichtigen Strippenziehern im Geschäft mit Fusionen und Übernahmen. Dazu gehört auch der Fußball.

Die größten Fusionsberater.Lupe

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LONDON. Am gestrigen Dienstag Abend pünktlich um 19.45 Uhr betraten die Spieler des FC Chelsea den Rasen des Stadions an der Stamford Bridge, um ihren letzten Auftritt in diesem Jahr in der europäischen Champions League zu absolvieren. Doch allzu groß war die Spannung auf den Rängen nicht mehr. Chelsea war bereits vor dem Auftritt gegen Levski Sofia für die nächste Runde qualifiziert. Dafür hat der französische Kickerstar Didier Drogba bereits im Oktober gesorgt.

Im heimischen Stadion brachte er mit einem Traumtor den 1:0-Sieg gegen den europäischen Erzrivalen Barcelona unter Dach und Fach. 14 Tage später war es wieder Drogba, der dieses Mal in Barcelona den wichtigen Treffer zum 2:2 erzielte. Selbst der kritische Trainer José Mourinho war so ergriffen, dass er Drogbas Tor mit einer Rutschpartie auf den Knien über den Rasen des Stadions Nou Camp feierte.

Bruce Buck würde so etwas nicht einmal im Traum einfallen, schließlich ist der Mann nicht nur Anwalt – und damit fast schon von Natur aus etwas reserviert – sondern mit 59 Jahren vielleicht auch schon ein wenig zu reif für solch extravagante Leibesübungen. Aber trotzdem liegt Buck das Wohlergehen des FC Chelsea genauso am Herzen wie Trainer Mourinho.

Der distinguierte Herr mit dem schütteren grauen Haar gehört als Europa-Chef der US-Kanzlei Skadden, Arps, Slate Meagher & Flom nicht nur zu den wichtigen Strippenziehern im Geschäft mit Fusionen und Übernahmen, er ist in Personalunion auch noch Präsident des FC Chelsea und ein enger Vertrauter des russischen Milliardärs Roman Abramowitsch, der den englischen Club vor drei Jahren übernommen hat. Buck beriet den Russen bei der Einfädelung des Deals. Heute hält Abramowitsch alle 84 Millionen Aktien von Chelsea – alle bis auf eine, die hat er aus Dankbarkeit seinem Anwalt geschenkt.

Trotz seiner schlanken Statur wirkt Buck robust. Ein Mann, der schnell und ohne Umschweife zur Sache kommt. Dabei wirkt er durchaus verbindlich, was wahrscheinlich am trockenen Humor des Amerikaners liegt: „Ich leite die Europageschäfte von Skadden, aber Sie wissen ja wie das ist, im Büro hört mir keiner richtig zu, zu Hause auch nicht. Seit ich die Verbindung zu Chelsea habe, hat sich das etwas geändert, weil alle Tickets wollen.“

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Mit Russland verbindet Buck eine ganz besondere Beziehung.

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