04.01.2007

Marketingagentur Sports First: Toni Schumacher – Torwart im Büro

Toni Schumacher war einer der ehrgeizigsten Fußballer seiner Generation. Nachgelassen hat er nicht: Mit seiner Marketingagentur Sports First will er die Partnerschaft zwischen Schalke 04 und Gazprom auf Touren bringen.

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von Gregor Derichs
Schalke-04-Manager Andreas Müller mit dem Trikot mit Gazprom-Werbung. Foto: dpaLupe

Schalke-04-Manager Andreas Müller mit dem Trikot mit Gazprom-Werbung. Foto: dpa

KÖLN. Lindenthal, im Westen von Köln, ein neues Bürogebäude, im dritten und vierten Stock die Agentur Sports First. Im Foyer hängen hinter Glas gerahmte Trikots von Weltklassespielern, Bälle von großen Endspielen zieren die Hutablage. Toni Schumacher lockert die Krawatte, das Sakko hat er abgelegt. „Das ist mein neues Reich“, sagt er.

Die Trophäen, die den Konferenzraum dekorieren und zu seiner Vergangenheit gehören, machen ihn bis heute zu einem der populärsten deutschen Sportler: Fußballer des Jahres, der Silberne Ball des zweitbesten WM-Spielers 1986, das Duplikat einer Meisterschale.

Das Trainingsgelände des 1. FC Köln, mit dem er seine größten Triumphe feierte, ist kaum einen Kilometer entfernt. Doch für den 52-Jährigen war der Weg zur Agentur an der Dürener Straße, die wiederum in seinem Geburtsort endet, doch etwas weiter. „Ich war mit größter Leidenschaft Fußballer. Das war meine große Liebe, auch als Trainer“, sagt der Mann, den sie überall Toni nennen, obwohl als erster Vorname Harald in seiner Geburtsurkunde steht. „Dann irgendwann einmal zu sagen: Okay, das war es, versuche nun einmal etwas Neues, dafür muss man 100 Prozent Überzeugung haben.“

Vor drei Jahren hat er hineingeschnuppert in das Sportmarketing, vor zwei Jahren den kompletten Einstieg ins Business vollzogen: „Es macht mir unheimlich viel Spaß. Ich habe eine Aufgabe gefunden, die mich total ausfüllt und fordert.“ Sports First leitet er als Geschäftsführer und Inhaber zusammen mit Markus Bockelkamp und Georg R. Steimel. Die Firma, die zuvor zur ebenfalls in Köln ansässigen Agentur B+D gehörte, entstand Anfang 2006 im Zuge eines Management-Buy-outs.

Überraschung dann im Spätherbst: Die 16-Mann-Agentur sicherte sich gegen die großen Namen der Sportmarketingszene den russischen Energiekonzern Gazprom als Kunden, der seit dem Jahreswechsel Hauptsponsor von Schalke 04 ist. Auftrag: die Kooperation zwischen Schalke, wo Schumacher eine Saison spielte, und Gazprom die nächsten fünfeinhalb Jahre mit Leben füllen.

„Über Inhalte dürfen wir nichts sagen“, erklärt Schumacher. „Der Deal ist ein weiterer Schritt für uns, dass wir zur führenden Agentur im Fußball werden.“ In seiner Zeit als Spieler galt er als extrem ehrgeizig. Das scheint sich nicht geändert zu haben. Ein Trophäenjäger sei er immer noch, sagt er: „Ich will, dass die Leute sagen, wenn man im Fußball etwas braucht, muss man Sports First anrufen. Ich will, dass wir die beste Agentur im Bereich des Fußball-Marketings werden.“ Schumacher hat eine Art, einen gewissen Charme, dass solche Sätze nicht überheblich klingen.

Immerhin: Die Kundenliste ist eindrucksvoll. Postbank, Bayer, T-Systems und Samsung sind darunter. Die meisten Werbekampagnen haben, weil sie innovativ inszeniert wurden, in der Szene große Anerkennung ausgelöst. Die Postbank erzielte in ihrer Auswertung zur Werbewirkung der WM-Sponsoren trotz eines vergleichsweise geringen Budgets einen Spitzenplatz, Samsung setzte im Fußballsommer markante Akzente, obwohl die Firma keine Lizenzrechte für die WM erworben hatte.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Ehemaliger Sportjournalist als kreativer Kopf

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