Sein Showtalent hatte Schmidt selbst frühzeitig entdeckt. Der einstige Kirchenorganist wollte ursprünglich Priester werden. Doch dann entschied er sich doch für die Bühne. Seinen bösen Humor entdeckte die legendäre Kabarettistin Lore Lorentz. Sie holte Schmidt bereits 1984 an das Düsseldorfer „Kom(m)ödchen“. Fünf Jahre später war Harald Schmidt bereits mit seiner Show „MAZ ab!“ bei der ARD auf Sendung.
Schmidt ist ganz Profi. Bei seinem beißenden Humor legt er sich mit jedem an, aber nie wirklich mit den Medienmächtigen. „Harald Schmidt hat eine persönliche Beziehung zu Leo Kirch“, berichtet Kogel. Der Medienunternehmer Kirch verfolgte von Anfang an mit Sympathie seine Late-Night-Show, während Springer-Blätter wie „Bild“ den Entertainer damals scharf angriffen. Doch diese Zeiten sind vorbei.
Und Schmidt macht längst keine Polen-Witze mehr, sondern gefällt sich als TV-Liebling der Nation. Diese Rolle will er noch lange ausfüllen. Ähnlich wie sein großes Vorbild David Letterman.
Ab Herbst wird Harald Schmidt in der ARD aber nur einmal pro Woche mit einer einstündigen Sendung gemeinsam mit der pubertierenden Nervensäge Oliver Pocher zu sehen sein. „Er wird immer auf Sendung sein. Im Gegensatz zu anderen Entertainern braucht er die Fernsehbühne nicht. Er hat viele Bühnen – in Theatern, in Sälen, literarischen Cafés, im Internet“, sagt Kogel.
