Doch die Zahlen blieben bis zum vergangenen Jahr schlecht – da wurde nichts aus dem direkten Sprung an die Konzernspitze, die viele bereits 2005 voraussahen. Stattdessen übernahm ein Duo aus dem Briten Howard Stringer und einem japanischen Ko-Chef die Führung.
Immerhin schaffte es Ihara als Vizepräsident auf Platz drei der Hierarchie. Und er erhielt das Kernstück des Konzerns: die Unterhaltungselektronik vom Musikspieler über die Digital- und Videokamera bis zum Fernseher und natürlich dem DVD-Spieler. Er entwickelte eine Strategie mit vier Eckpunkten, um seine Sparte und den gesamten Konzern auf Vordermann zu bringen: People – Individual – Networking – New. So sollten sich die einzelnen Teilbereiche des Konzerns auf ihre Stärken besinnen und mehr an den Kundenwünschen orientieren. Zugleich sollten sie kooperieren, um neue Produkte zu entwickeln, die sich miteinander vernetzen lassen.
Um den DVD-Standard Blu-ray durchzusetzen, bildete er mit Stringer ein Team, das dem Rivalen Toshiba von Anfang an echte Probleme bereitete. Stringer kennt sich in der Welt der Hollywood-Studios aus, die Iharas Geräten die nötigen Inhalte liefern sollen. Und Ihara hat dafür gesorgt, dass in vielen Haushalten bereits ein Blu-ray-Spieler steht. Jede Spielekonsole der dritten Playstation-Generation von Sony enthält so ein Laufwerk. Auf dem japanischen Heimat- und Testmarkt positionierte Ihara seine edel gestalteten Blu-ray-Spieler zuletzt geschickt gegen die HD-DVD-Geräte von Toshiba, obwohl diese aus technischen Gründen nur ein Drittel kosten. So meldete die japanische Wirtschaftspresse zu Weihnachten: „Blu-ray-Rekorder wegen Riesennachfrage ausverkauft.“
Vielleicht befördert ihn der Erfolg an die Konzernspitze. Im Sony-Jahresbericht 2007 steht Ihara auf einem Gruppenfoto neben Stringer und Ko-Chef Ryoji Chubachi. Setzt er den Standard Blu-ray weltweit durch, könnte er sogar einmal in die Mitte des Gruppenbildes rücken – auf den Platz von Konzernchef Stringer.
