Auch Pischetsrieder käme für den Posten nicht in Frage, da ihm die nötige Rückendeckung fehle, heißt es. In der Branche kurisierte nun auch der Name von BMW-Aufsichtsratschef Jaochim Milberg als Kandidaten. Es gebe aber die Übereinkunft, dass kein Ex-Vorstandschef VDA-Chef werden solle, hieß es. Nach dem Desaster der deutschen Hersteller in der Klimadebatte werde nun ein Kommunikationsprofi gesucht. „Ein Mann aus dem Marketing oder Vertrieb wäre ideal“, sagte ein Automanager.
Die Hersteller im Verband wollen eine Hängepartie an der VDA-Spitze vermeiden. Angesichts der C02-Debatte und der Diskussion um ein Tempolimit könne es sich der Verband nicht leisten, die Spitze lange unbesetzt zu lassen, hieß es. Nach Informationen aus Branchenkreisen wird Daimler-Boss Dieter Zetsche, der als Vertreter der Konzerne im Präsidium des Verbandes sitzt, über die Nachfolge eine Verständigung mit den wichtigsten Branchenvertretern suchen.
Dies könnte auch telefonisch geschehen, hieß es. Eine Sitzung des Präsidiums des VDA, dem neben Zetsche noch Helmut Kostal als Vertreter der Zulieferer sowie Bernard Krone als Fahrzeugwerkbauer angehören, sei dagegen bisher nicht anberaumt worden, hieß es. Gottschalk erwischte den Verband mit dem Rückzug auf dem falschen Fuß. Seine Entscheidung sei spontan gefallen und nicht abgestimmt gewesen, hieß es. Der VDA-Präsident habe sich damit eine lähmende Nachfolgediskussion ersparen wollen.
