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19.02.2006 
Ex-EnBW-Chef war der unrichtigen Bilanzdarstellung verdächtigt

Verfahren gegen Gerhard Goll eingestellt

Die Ermittlungen gegen den ehemaligen Vorstandschef der Energie Baden-Württemberg (EnBW), Gerhard Goll, wegen des Vorwurfs der unrichtigen Bilanzdarstellung sind eingestellt worden. Sowohl gegen Goll als auch gegen die früheren Vorstandsmitglieder Bernd Balzereit und Gerhard Jochum werde „mangels Tatbestand“ nicht mehr ermittelt, erfuhr das Handelsblatt aus Kreisen des Ex-Vorstandes.

HB DÜSSELDORF. Die zuständige Staatsanwaltschaft Mannheim werde dies in den kommenden Tagen offiziell bekannt geben. Am Sonntag war sie für eine Stellungnahme allerdings nicht erreichbar.

Nach Golls Abgang im Frühjahr 2003 hatte sein Nachfolger Utz Claassen Altlasten identifiziert und hohe Wertberichtigungen auf unrentable und zu teuer eingekaufte Beteiligungen vorgenommen. Deutschlands drittgrößter Energiekonzern rutschte daraufhin tief in die roten Zahlen. Nach einer Anzeige durch Lokalpolitiker nahm wenig später die Staatsanwaltschaft Mannheim Ermittlungen gegen den ehemaligen Vorstand unter dem Vorwurf auf, die wirtschaftlichen Verhältnisse des Unternehmens geschönt zu haben.

Vor einem Jahr geriet dann Claassen selbst ins Visier der Staatsanwaltschaft. Sie prüft seither, ob Claassen bei den Wertberichtigungen nicht zu hoch gegriffen hat. Die Ermittlungen gegen Claassen dauern noch an, wie ein EnBW-Sprecher bestätigte. Die Vorwürfe seien aber nicht haltbar. Über die Einstellung des Verfahrens gegen die alte Führung sei man „irritiert, aber nicht überrascht“.

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