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19.03.2008 
Ian Robertson

Very British and cool

von Dieter Fockenbrock und Carsten Herz

Ian Robertson schafft es als erster Brite in den BMW-Vorstand: Der neue Top-Verkäufer des bayerischen Autokonzerns soll die Absatzzahlen in den kommenden Jahren deutlich steigern. Der ehemalige Chef der feinen Marke Rolls-Royce muss sich aber bei BMW gewaltig umstellen.

Der „Typ liebt Tempo“, sagt sein alter Chauffeur über Ian Robertson. Foto: ap Lupe

Der „Typ liebt Tempo“, sagt sein alter Chauffeur über Ian Robertson. Foto: ap

MÜNCHEN/FRANKFURT. Zum Glück kommt die Frage nach den aktuellen Verkaufszahlen. So darf Ian Robertson auf seiner ersten Bilanzpressekonferenz für BMW doch etwas sagen. Und so berichtet der neue Vertriebs- und Marketingvorstand des bayerischen Autokonzerns, dass die Geschäfte mit Rolls-Royce bestens laufen und die Nobelmarke die Kapazitäten ausbaut.

Viel sagt Robertson gestern nicht, das aber auf Englisch, kurz und präzise. Very British und very cool. Gerade Letzteres dürfte ihm aber schwergefallen sein. Denn der „Typ liebt Tempo“, sagt sein alter Chauffeur über ihn.

In der Tat werden nicht so viele Vorstände vom Aufsichtsrat bestellt und müssen dann noch am selben Tag ihren Job antreten. Robertson schon. Am vergangenen Donnerstag Punkt 15 Uhr nach der Aufsichtsratssitzung bezog er sein neues Büro im sogenannten Vierzylinder, der BMW-Zentrale in München.

Vorgänger Stefan Krause hatte nicht ganz unerwartet den Posten geräumt, um zur Deutschen Bank zu wechseln. Denn der Ex-Finanzchef von BMW war nur auf dem Vertriebsposten zwischengeparkt. Darin sind sich alle Beobachter einig.

Auch sein Nachfolger Robertson. Überrascht hat ihn „allenfalls das Tempo des Wechsels“. Kein Wort darüber, wie lange schon das personelle Revirement festgezurrt ist. Nur so viel: Mit seiner Familie habe er bereits geklärt, erst im Sommer von England an die Isar umzuziehen.

Den Rolls-Royce-Anstecker am Revers hat der schnelle Vertriebschef schon abgelegt, auch seine angebliche Vorliebe für pinkfarbene Krawatten. Geblieben ist die Vorliebe für geometrische Krawatten-Muster – jedenfalls am gestrigen Bilanztag in München.

In den vergangenen zwei Jahren hat Robertson die Geschicke einer der glamourösesten Automarken der Welt gesteuert. Seine Kunden, verrät er schmunzelnd, habe er fast alle mit Handschlag begrüßen dürfen. Das ist jetzt vorbei. Robertson muss die ehrgeizigen Absatzpläne seines Chefs Norbert Reithofer erreichen. Reithofer will die Verkaufszahlen im Konzern von 1,5 Millionen auf mehr als zwei Millionen Autos bis zum Jahr 2018 steigern.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Er hat das Rover-Debakel überlebt

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