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09.05.2008 
BMW-Chef Norbert Reithofer

Viel Lob für den Gejagten

von Joachim Hofer

Was musste sich Norbert Reithofer in den vergangenen Wochen nicht alles an Kritik anhören. Die einen warfen dem BMW-Chef vor, er würde angesichts der schwachen Rendite auf Jahre nur noch die Rücklichter der Konkurrenten Audi und Mercedes sehen. Andere kritisierten den massiven Stellenabbau, mit dem der Manager die Kosten drücken will. Rückhalt gibt es von den Aktionären.

BMW-Chef Norbert Reithofer musste viel Kritik einstecken. Doch die Aktionäre stärken dem 52-Jährigen den Rücken. Foto: apLupe

BMW-Chef Norbert Reithofer musste viel Kritik einstecken. Doch die Aktionäre stärken dem 52-Jährigen den Rücken. Foto: ap

MÜNCHEN. „Ich finde es großartig, dass sie sich über die Mobilität der Zukunft Gedanken gemacht haben. Wir müssen uns um BMW keine Sorgen machen“, lobt Daniela Bergdolt, die für gewöhnlich so kritische Vertreterin des Aktionärsverbands DSW. Die Juristin ist nicht die einzige Sprecherin, die dem unter Beschuss geratenen Konzernlenker auf der Hauptversammlung in der Münchener Olympiahalle an diesem Donnerstag den Rücken stärkt. „Herr Reithofer, für die konsequente Umsetzung Ihrer Strategie haben Sie die volle Unterstützung“, sagt etwa Tim Albrecht von der Frankfurter Fondsgesellschaft DWS. Ja, selbst die Umweltschützer attestieren Reithofer, einen guten Job zu machen: Die BMW-Karossen seien heute wesentlich sauberer als noch vor einem Jahr.

Es ist Reithofer anzusehen, dass er die Lobeshymnen seiner Anteilseigener nach dem Dauerbeschuss in diesem Frühjahr genießt. Mit einem spitzbübischen Lächeln sitzt der Ingenieur oben auf dem Podium, die Hände gefaltet, und blickt zufrieden ins weite Rund der Arena. Gerade hat er die Anteilseigner mit seiner einstündigen Rede geschickt für sich eingenommen.

Dunkler Anzug, weißes Hemd und hellblaue Krawatte, Reithofer trägt die traditionellen BMW-Farben. Der gebürtige Bayer Reithofer weiß den Heimvorteil für sich zu nutzen. „Das Herz von BMW schlägt seit über 90 Jahren in München, wir sind ein bayerisches Unternehmen“, ruft er den Aktionären zu. So etwas kommt in Zeiten der Globalisierung in der bayerischen Landeshauptstadt gut an.

Ausführlich beschreibt Reithofer, warum der schwache Dollar dem Konzern so zu schaffen macht, wie die hohen Rohstoffkosten den Gewinn drücken – und legt dar, was er zu tun gedenkt, damit die Marge wieder auf das Niveau der Rivalen in Stuttgart und Ingolstadt klettert. Dazu skizziert der Manager seine Pläne für Elektroautos und den Hybrid-Antrieb.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Kein radikaler Bruch mit der Vergangenheit

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