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20.11.2007 
Russischer Aufschwung

Vom Vorzimmer aufs Börsenparkett

von Thomas Wiede

Gulschan Moldaschanowa lässt nicht erkennen, dass sie sich durch irgendetwas aus der Ruhe bringen lässt. Dabei hat die junge Kasachin mit dem asiatischen Äußeren derzeit jede Menge Arbeit auf ihrem Schreibtisch.

Russlands Top-Oligarch Oleg Deripaska vertraut bei der Leitung seines Mischkonzerns Basic Element auf Gulschan Moldaschanowa. Foto: apLupe

Russlands Top-Oligarch Oleg Deripaska vertraut bei der Leitung seines Mischkonzerns Basic Element auf Gulschan Moldaschanowa. Foto: ap

MOSKAU. Moldaschanowa ist die Chefin des russischen Mischkonzerns Basic Element (Basel), der Holding, in der Russlands Top-Oligarch Oleg Deripaska seine Aktivitäten gebündelt hat. Das Pensum der promovierten Physikerin dürfte in den kommenden drei Jahren noch größer werden: Alle Unternehmen der Holding sollen an die Börse gehen.

Bisher galt Eigentümer Deripaska als zurückhaltend, was Börsenpläne angeht, so dass bereits die Ankündigung, die größte Konzerntochter – den Aluminiumhersteller United Company Rusal (UCR) – in London zu listen, eine kleine Überraschung war. Auch seine zurückhaltende Top-Managerin will derzeit nicht mit allzu vielen Details über den großen Plan aufwarten: Der erste Börsengang werde in der zweiten Hälfte 2008 erfolgen, wenn die Marktumstände günstig seien, erklärt sie. Die Höhe der angebotenen Aktienpakete werde sich nach dem Bedürfnis des einzelnen Unternehmens richten; Basic Element werde aber jeweils nicht mehr als 50 Prozent listen.

Zu den sieben Konzernsparten zählt neben UCR unter anderem das Baugeschäft mit seinen Beteiligungen bei Strabag und Hochtief. Basel hat sich in kurzer Zeit zu einem der führenden Spieler auf dem russischen Markt gemausert: Der Konzern hat auch bei den größten Bauholdings des Landes, Transstroi und Glavstroi, das Sagen.

Als ein weiterer internationaler Coup galt der Einstieg beim kanadischen Autozulieferer Magna International sowie der Erwerb eines Aktienpakets von fünf Prozent an General Motors. Der Maschinenbausektor kann damit neben der Aluminiumproduktion als weitere wichtige Säule im Konzern gelten: In der Sparte findet sich unter anderem der russische Autohersteller GAZ. Basel ist eigenen "konservativen“ Angaben zufolge 23 Milliarden Dollar wert. Der Konzern müsse vor allem seine internen Prozesse auffrischen, um innovativer zu werden, betont die Top-Managerin und beteuert, auch die Unternehmensführung verbessern zu wollen.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Beobachter in Moskau sehen die Börsenpläne mit einiger Skepsis

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