Die Internationalisierung des Geschäfts verlangt offenbar einen höheren Grad von Transparenz: Derzeit gilt die Holding und ihre Aktivitäten nicht gerade als ein offenes Buch. Moldaschanowa jedenfalls dürfte sie von der "Pike auf“ kennen. Als sie 1995 zu Deripaska stieß, nahm sie erst einmal auf dem Stuhl der Vorzimmerdame Platz. Lange währte die Tätigkeit allerdings nicht: Nach zwei Wochen macht sie Deripaska zur Assistentin der Finanzdirektorin. Ein Jahr später schickt er sie in die Außenhandelsabteilung von Rusal.
Zu den aktuellen Brennpunkten des Geschäfts dürfte der Übernahmeversuch des Ölkonzerns Russneft gehören, für den die russischen Antimonopolbehörde bisher aber kein grünes Licht gegeben hat. Hinter dem ganzen Geschäft wittern russische Medien undurchsichtige Machenschaften, nachdem der ehemalige Eigentümer Michail Gutserijew sich den Steuerermittlungen entzogen und ins Ausland abgesetzt hat.
Beobachter in Moskau sehen die Börsenpläne mit einiger Skepsis – Grund ist vor allem die Unsicherheit an den Finanzmärkten. Das Management hatte den schon für dieses Jahr geplanten Londoner Börsengang von UCR wegen der internationalen Finanzkrise vertagt. Mit rund neun Milliarden Dollar wäre es das größte IPO des Jahres gewesen. Viel Arbeit also für Moldaschanowa, die das Forbes-Magazin zu den 50 einflussreichsten Managerinnen der Welt zählt.
