Lahrs hat einen Vertrag über fünf Jahre unterschrieben. „Ich kann mir vorstellen hier auch in Rente zu gehen“, versucht Lahrs Bedenken auszuräumen, er sei nur gekommen, um das Unternehemen nur kurz zu pushen, bis der Finanzinvestor sein Engagement von 3,5 Mrd. Euro wieder gewinnbringend weiterverscherbelt. „Ich habe immer langfristig gearbeitet“, betont Lahrs. Hugo Boss sei die Erfüllung eines Lebenstraums. „Ich habe vor, eine Beteiligung einzugehen“, sagte Lahrs am Freitag, wie hoch die sein werde stehe aber noch nicht fest.
Zwölf Jahre hat er für den weltweit größten Luxusgüterkonzern Christian Dior/Louis Vuitton Moët Hennessy (LVMH) gearbeitet. Seit Ende 2003 führt er dort Christian Dior Couture und hat es damit als erster Deutscher an die Spitze eines französischen Modehauses geschafft. Lahrs spricht neben seiner Muttersprache Deutsch fließend Englisch, Französisch und Spanisch. Der designierte Vorstandschef will die Präsenz des Modeherstellers in Amerika und Asien deutlich ausbauen. In beiden Märkten gebe es hohes Potenzial. „Das Wachstum findet im Ausland statt.“
Der Marktanteil solle dort ausgebaut werden. Dazu will Lahrs weltweit auch weitere unternehmenseigene Läden einrichten. Die bisherige Strategie werde beibehalten und die Internationalisierung forciert. Auch an der Börse kommt Lahrs offensichtlich an. Der Aktienkurs stieg am Freitag nach seiner Ernennung um vier Prozent auf über 31,60 Euro an. Viele Vorschusslorbeeren für den neuen Chef sind groß, die Schuhe seines Vorgängers Bruno Sälzer aber auch.
