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20.05.2008 
Wucherer, Feldmayer, Bauer

Vorstandschef... dringend gesucht

von Axel Höpner

Klaus Wucherer, Johannes Feldmayer, Peter Bauer: Beim Krisenkonzern Infineon werden ausgerechnet drei Siemens-Veteranen als Interimsvorsitzende gehandelt. Aber der Kandidat für einen wirklichen Neuanfang sollte von außen kommen. Darin sind sich beim Chiphersteller alle einig.

Wolfgang Ziebarts Tage bei Infineon sind gezählt. Foto: dpa Lupe

Wolfgang Ziebarts Tage bei Infineon sind gezählt. Foto: dpa

MÜNCHEN. Es ist kein schlechter Job, der da zur Ausschreibung ansteht. Immerhin zwei Millionen Euro gab es zuletzt jährlich. Das ist für den Chefsessel eines Dax-Konzerns zwar eher bescheiden. Aber Boni können das Salär schnell nach oben treiben. Auch das Büro im oberen Stock des Vorstands-Kubus auf dem modernen „Campeon“-Areal in Neubiberg bei München kann sich sehen lassen: Der neue Chef kann den Blick auf die Alpenkette genießen.

Dennoch: So einfach lässt sich ein Nachfolger für den scheidenden Infineon-Chef Wolfgang Ziebart nicht finden, der vier Jahre lang versuchte, den Chipkonzern aus den roten Zahlen zu führen. „Unser Geschäft ist in Deutschland sehr exotisch“, sagt ein Unternehmenskenner. Der Kreis der Kandidaten aus der Heimat ist da extrem klein. Ein Manager aus Asien oder den USA könne zwar helfen. „Andererseits ist die Unternehmenskultur bei Infineon aber schon sehr deutsch.“

So könnte es also sein, dass Infineon-Aufsichtsratschef Max Dietrich Kley schon wieder auf eine Übergangslösung zurückgreifen muss. Vor vier Jahren hatte er nach dem Rausschmiss von Ulrich Schumacher die Geschäfte für ein paar Monate sogar selbst übernommen. Eine Wiederholung dieses Modells ist aber wohl unwahrscheinlich.

Daher gelten Infineon-Vorstand Peter Bauer und Aufsichtsratsmitglied Klaus Wucherer als Kandidaten für den Interimsvorsitz. Selbst Aufsichtsrat Johannes Feldmayer wird noch immer gehandelt, obwohl er in der Siemens-Affäre um Schmiergeldzahlungen an die Arbeitnehmerorganisation AUB zeitweise sogar in Untersuchungshaft saß.

Eine großartige Liste ist das nicht. „Einen Neuanfang würden alle drei nicht symbolisieren“, klagt ein Aufsichtsrat. Doch es hilft nichts. Am 31. Mai wird es wohl laut Unternehmenskreisen eine Aufsichtsratssitzung geben, auf der ein Nachfolger Ziebarts gekürt wird.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Wucherer "einer dieser alten, aber feinen Managertypen"

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