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06.01.2007 
Auto

VW-Markenchef Bernhard geht wohl früher als erwartet

Wolfgang BernhardLupe

Wolfgang Bernhard verlässt VW früher als erwartet. Quelle: dpa

dpa HANNOVER/DETROIT. VW-Markenchef Wolfgang Bernhard verlässt den Autokonzern nach Magazin-Informationen doch schneller als von vielen erwartet: Der Sanierer scheide bereits zum 31. Januar aus den Diensten des Wolfsburger Unternehmens aus, berichtet „Der Spiegel“ ohne Quellen zu nennen.

Der Grund sei die neue Führungsstruktur, die der neue VW-Konzernchef Martin Winterkorn noch diese Woche ankündigen werde. Danach wäre Bernhard nur noch für die Fabriken des Konzerns zuständig, nicht aber für die Entwicklung neuer Modelle und den Vertrieb. Von VW hieß es dazu: „Kein Kommentar“. Das Magazin „Focus“ spekuliert, dass der Abgang Bernhards nach der VW-Aufsichtsratssitzung am kommenden Donnerstag bekannt gegeben werden könnte.

Bernhard ist bereits auf der großen Automesse in Detroit, die am Sonntag begann, nicht dabei. Das wurde in Branchenkreisen als Indiz für einen geplanten Abgang gewertet. Ein VW-Sprecher sagte indes, der Besuch sei nicht geplant gewesen, weil VW dort kein neues Modell vorstelle.

VW-Konzernchef Winterkorn wird nach dpa-Informationen die geplante neue Konzernstruktur zunächst am kommenden Mittwoch dem Präsidium des Aufsichtsrats vorstellen, bevor am Tag darauf der gesamte Aufsichtsrat tagt. Nach diesen Plänen soll es wieder einen Produktions- und einen Entwicklungschef für den gesamten Konzern geben. Zudem werden die Marken neu eingeteilt in eine Gruppe für das Massengeschäft mit VW, Skoda und Seat sowie eine Premiumgruppe mit Audi, Bentley, Bugatti und Lamborghini. Bislang teilt sich das PKW-Geschäft in eine Markengruppe mit VW, Skoda, Bugatti und Bentley auf, für die Bernhard verantwortlich ist, und eine andere mit Audi, Seat und Lamborghini.

Nach „Focus“-Informationen wird ein Abschied von Bernhard VW teuer zu stehen kommen. VW müsse dem Topmanager das Salär für seinen bis 2010 laufenden Kontrakt ausbezahlen. Zwar habe der mächtige VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch Bernhard den Posten eines Produktionsvorstands angeboten. Aber der 46-jährige habe abgelehnt und auf seiner vertraglich zugesicherten Position gepocht. Bernhard gilt als einer der fähigsten Manager der Autobranche. Er war 2005 in den Vorstand der Volkswagen AG berufen worden, nachdem er im Streit Daimler-Chrysler verlassen hatte, kurz bevor er als Mercedes-Chef antreten sollte.

Bernhard habe in den vergangenen Wochen in Gesprächen mit mehreren Aufsichtsratsmitgliedern eindringlich vor einem Konzernumbau gewarnt, berichtet der „Focus“. Bei dem geplanten Konzernumbau würde die Marke VW, die das Kerngeschäft des Autobauers ausmache, unter die Räder kommen. Die Aufspaltung in ein Luxus- und ein Volumensegment würde dem Image der VW-Autos enorm schaden, weil Modelle wie Golf, Polo und Passat als Zweite-Klasse-Fahrzeuge des Unternehmens wahrgenommen würden. Seine Arbeit der vergangenen zwei Jahre würde damit torpediert und zunichte gemacht werden, habe Bernhard erklärt. Gegenüber den Aufsichtsräten habe er angekündigt, den Autobauer zu verlassen, wenn ihm die Zuständigkeit für die Marke VW entrissen werde.

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