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22.09.2007 

Die Begeisterung für die richtige Vermarktung hat sich Nicole Ehlen früh bei ihren Eltern abgeschaut. Beim gemeinsamen Einkauf am Samstag ging es stets erst um die Arbeit. Der Vater, Vertriebler beim inzwischen von Reckitt Benckiser übernommenen Traditionsunternehmen Hoffmanns, prüfte im Supermarkt stets, wie die eigenen Produkte, zum Beispiel „Hoffmann Gardinenstärke", im Regal platziert waren. Und stellte sie, wenn nötig, kurzerhand um. Die Flaschen und Packungen der Konkurrenz wanderten dann weiter nach hinten. Das, sagt Ehlen, habe sie geprägt. „Es hat mir gezeigt, was es heißt, sich wirklich mit einem Produkt zu identifizieren."

Auch, dass es lohnt, an sich selbst zu glauben und sich nicht zu verbiegen, habe sie schon als Kind mitbekommen. Verwöhnt, aber nicht verzogen, so wächst sie im ostwestfälischen Detmold auf und löchert ihre Eltern mit Fragen. Daraus entwickelt sich auch ihr Sinn für Gerechtigkeit. Bei ihrer Einschulung verschenkt sie ihre Schultüte an einen türkischen Jungen. Er ist der Einzige in der Klasse, der von seinen Eltern keine mitbekommen hatte.

Nach dem Abitur geht sie in die USA als Au-pair zu einer Gastfamilie in Washington D.C. Die Eltern sind skeptisch, aber Ehlen schlägt sich in der Fremde durch und lernt, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Im Anschluss schickt sie die ZVS fürs BWL-Studium nach Bielefeld. Das Lernen fällt ihr leicht, das Feiern auch. Zwei Jahre bleibt sie dort, danach macht sie im spanischen Alicante und in Würzburg weiter.

Dorthin geht sie nicht nur wegen der guten Studentenpartys, sondern auch, weil der Marketing-Lehrstuhl einen guten Ruf hat. Ein Praktikum bei Beiersdorf überzeugt sie davon, dass dies der Bereich ist, in dem sie arbeiten will. „Es hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich auf jeden Fall in die Kosmetik-Branche gehen wollte." Sie schließt ihr Studium ab, Traumnote, 1,4. Fünf Bewerbungen verschickt sie, auf vier davon bekommt sie eine Einladung zurück. Dass sie sich aus mehreren Angeboten das Trainee-Programm im Absatzbereich (Marketing) bei Unilever ausgesucht hat, hat Ehlen nie bereut.

Das große Rad darf sie bei Dove, einer ihrer Stationen, zunächst nicht drehen. Aber ein kleiner, transparenter Streifen auf einer Duschgelflasche fordert ihren Ehrgeiz heraus. Durch diesen, so setzt sie es sich in den Kopf, soll der Kunde die Konsistenz des Inhalts noch besser erkennen können. Nicht jeder ist von der Idee begeistert. Doch Ehlen wirbt so lange für ihre Sache, bis es der Streifen auf die Flasche schafft und im Regal landet. Ehlen wird übernommen und arbeitet zunächst im internationalen Marketing. „Auf Lux", wie es im Marketing-Sprech heißt.

Lesen Sie weiter auf Seite 4: Vor der Geburt des Sohnes hat Ehlen noch viel vor.

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