0 Bewertungen
25.08.2006 
Credit Suisse zahlt 100 Millionen Dollar

Warmer Geldsegen für Star-Banker Quattrone

Nach der juristischen Entlastung winkt Frank Quattrone ein warmer Geldregen. Sein ehemaliger Arbeitgeber Credit Suisse Group dürfte Quattrone über 100 Mill. Dollar (rund 78 Mill. Euro) zahlen, verlautete aus informierten Kreisen. Vorwürfe wegen Justizbehinderung gegen den früheren Star-Investmentbanker des Hauses wurden in dieser Woche fallen gelassen.

Bloomberg NEW YORK. In dem dreijährigen Rechtsstreit zahlte die zweitgrößte schweizerische Bank bereits die Kosten für die Anwälte. Quattrone werde zwischen 100 Mill. und 120 Mill. Dollar als nachträgliche Entschädigung erhalten – unter der Voraussetzung, dass er ein Jahr lang nicht gegen Gesetze verstößt, heißt es. „Wenn er so viel Geld verdient hat, kann ich mir vorstellen, dass Credit Suisse noch viel mehr verdient hat“, sagt Henry Higdon, dessen Personalberatung auf Finanzdienstleister spezialisiert ist. „Für eine Gesellschaft wie Credit Suisse ist der Blamagefaktor größer als die finanziellen Folgen.“

Credit Suisse hatte sich im Januar 2002 zur Zahlung von 100 Mill. Dollar im Rahmen eines Vergleichs mit den Aufsichtsbehörden verpflichtet. Der Vorwurf lautete, bei besonders gefragten IPOs seien Aktien nicht korrekt zugeteilt worden. Quattrone wurde dann von der Bank freigestellt, schließlich kündigte er im März 2002.

Als weltweiter Leiter des Bereiches Technology Banking hat der heute 50-jährige Quattrone bei Credit Suisse von 1998 bis 2002 mehr Börsengänge begleitet als viele andere Investmentbanker. Darunter waren gefragte Aktienplatzierungen wie Amazon und Cisco Systems. Zwischen August 1998 und Ende 2001 verdiente Quattrone mehr als 200 Mill. Dollar, zeigen Aufstellungen der Staatsanwaltschaft.

„Wenn das Geld etwas ist, das ihm zustünde, wenn es die Ermittlungen der SEC und die Vorwürfe gegen ihn nicht gegeben hätte, und diese Probleme nun gelöst sind, dann steht ihm das Geld zu“, erklärt der frühere Staatsanwalt John Fahy, der heute als Anwalt in Rutherford in New Jersey niedergelassen ist.

Quattrone hat angekündigt, seine berufliche Karriere fortsetzen zu wollen. Er war 17 Jahre lang bei Morgan Stanley tätig, wo er 1990 Leiter Investment-Banking Technologie wurde. Er wechselte 1996 zur Deutschen Bank und zog 1998 weiter zu Credit Suisse.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne

Beiträge zum Thema

Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Handelsblatt Experten + Meinungen

Handelsblatt-Kommentar

Kreditklemme: Harte neue Welt  Artikel in Merkliste

03.12.2008 von Robert Landgraf

Viele Unternehmer werden sich bald mit Wehmut an vergangene Zeiten erinnern. An Zeiten, in denen es einfach war, Kredite aufzunehmen, in denen sie ihnen von Banken regelrecht aufgedrängt wurden. Das gilt insbesondere für mittelgroße Firmen, die keinen Zugang zum Kapitalmarkt haben. Kommentar

Handelsblatt-Kommentar

Kontrollierter Konkurs  Artikel in Merkliste

03.12.2008 von Matthias Eberle

Lange ist es her, da nannten sie den weltgrößten Autokonzern „Generous Motors“. Kein anderes Unternehmen zahlte großzügiger. Jetzt soll die Regierung dafür zahlen, dass die US-Autoindustrie seit Jahren den internationalen Wettbewerb ignoriert und darüber hinaus Fahrzeuge baut, die der Kunde nicht mehr will. Kommentar

weiterHandelsblatt Quiz

Vorstandsbezüge: Quiz: Was Dax-Manager verdienen

Los geht's!Über Ihre Gehälter wird derzeit viel diskutiert. Deutsche-Bank-Chef Ackermann verzichtet 2008 nun auf jegliche Boni. Aber was verdienen die Chefs der Dax-Unternehmen überhaupt?
Testen Sie Ihren Realitätssinn!
Anzeige