Woher kommt Ihre Begeisterung für Technik?
Mich interessiert das Neue. Ich will einfach wissen wo das alles hingeht, ich will das verstehen. Es reicht mir nicht, immer nur zu sagen: „Installier mir das mal.“ Ich will neue Entwicklungen selbst nachvollziehen. Nicht immer im Detail, aber ich muss wissen wie es geht. Nur dann kann ich auch die Möglichkeiten sehen.
Sind Sie jemand, der nächtelang an einem Problem tüfteln kann?
Allerdings, das kann ich. Als ich 2000 bei Fujitsu Siemens war, kam gerade das Thema Wlan und kabellose Hausvernetzung auf. Ingenieure kamen auf mich zu und sagten, das sei nicht möglich. Ich habe das nicht geglaubt und habe übers Wochenende alles in meinem Kofferraum mitgenommen, was man für eine Installation braucht. Das ganze Wochenende habe ich zu Hause gebastelt – und sicher keine drei Stunden pro Nacht geschlafen. Aber am Ende hat es geklappt.
Ihr Arbeitsalltag ist bestimmt auch sehr IT-lastig.
Bei Microsoft gibt es eine hohe Akzeptanz von Videokommunikation. Es gibt in Sitzungsräumen keine normalen Telefone mehr, sondern nur noch diese Round Tables, eine Art Videokonferenzsystem, in denen 360-Grad-Kameras eingebaut sind. Das macht die Kommunkation einfacher. Und ich bin jemand, der sehr stark den Communicator und den Life Messenger nutzt. Der Communicator ist auch immer offen, wenn ich in Meetings bin.
Ernsthaft? Sie chatten am Konferenztisch?
Ja, das ist bei uns so üblich. Alle haben ihren Laptop aufgeklappt und den Communicator an. Ich nutze ihn zum Beispiel, um ganz schnell mit meiner Assistentin zu chatten, oder um mich zu vergewissern, ob jemand alle Infos bekommen hat, die er braucht. Das läuft auch bei unseren großen Konferenzen, wie zum Beispiel dem Midyear–Review, so.
Das klingt nach Multitasking.
Allerdings. Wenn man viele Fenster geöffnet hat, muss man aufpassen, dass man auch dem Richtigen antwortet. Da bin ich schon einmal durcheinander gekommen und habe eine Antwort an den falschen Kollegen geschickt.
Wie viele E-Mails bekommen Sie am Tag?
Hunderte, aber ich filtere sie elektronisch. Die Mails meines Chefs und die meines stellvertretenden Chefs sind mit unterschiedlichen Farben unterlegt. Wenn Mails so lang sind, dass ich scrollen muss, und oben nicht das wichtigste zusammen gefasst ist, lese ich sie nicht. Und wenn ich ohne ersichtlichen Grund auf einem Verteiler stehe, antworte ich: „Warum stehe ich auf diesem Verteiler?“ Das führt dazu, dass sich die Leute das beim nächsten Mal gut überlegen.
Sind Sie ein E-Mail-Junkie?
Nein. Ich antworte auch nie sofort auf E-Mails, weil das dazu führt, dass man sich mal eben schnell vier bis fünf Mails hin und her schickt. Das ist meist unnötig.
