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19.07.2008 

Schalten Sie Ihr Handy auch mal aus?

Ich habe mein Handy immer an, gehe aber fast nie ran. Wer mich mit unterdrückter Nummer anruft, hat gar keine Chance. Die Mailbox habe ich auch nicht aktiviert. SMS lese ich aber schon. Auch am Wochenende ist das Telefon eingeschaltet, liegt aber in irgendeiner Schublade.

Wie viele Stunden arbeiten Sie in der Woche?

Ich habe eine Auswertung in Outlook, die zeigt, wie viele eingetragene Stunden ich arbeite und zu welchen Themen: Intern, Citizenship, Kunden, Mitarbeiter... Es gibt Monate – auch kurze – in denen ich auf 300 Stunden komme. Und darin ist nicht die Zeit enthalten, die ich abends noch zum Beantworten von E-Mails brauche. Das ist für mich dann schon grenzwertig.

Und tun Sie etwas dagegen?

Wenn ich merke, dass ich mich körperlich im Grenzbereich befinde – das passiert etwa zwei Mal im Quartal – ziehe ich die Reißleine. Ich streiche mittags alle Termine und bin nicht erreichbar. Dann nehme ich mir Zeit für Mails, um in Ruhe nachzudenken oder ziehe meine Joggingschuhe an und gehe laufen. Das ist auch ein Selbstschutz.

Gibt es bei Ihnen auch Tage, an denen Sie überhaupt nicht arbeiten?

Der Samstag ist heilig. Da lese ich keine Mails und habe keine Termine. Dieser Tag gehört ganz der Familie. Am Sonntag bereite ich Dinge vor, aber ich ziehe da nicht meine Kollegen mit rein. Mails versende ich erst um 20 Uhr, damit die Leute nicht den ganzen Tag Mails von mir bekommen.

Sie sind Marathon-Läufer. Wie viel Zeit bleibt bei Ihrem Arbeitspensum noch zum Trainieren?

Halbmarathon laufe ich vier Mal im Jahr. Und es passiert durchaus, dass ich mir abends um zehn die Joggingschuhe anziehe und hier in Unterschleißheim durchs angrenzende Industriegebiet laufe. Entweder habe ich ein Hörspiel auf dem Ohr oder ich denke nach. So kann ich abschalten. Wenn man die Work-Life-Balance nicht im Griff hat, ist man auch nicht leistungsfähig.

Stimmt es, dass Sie die Entscheidung, zu Microsoft zu wechseln, auch beim Laufen getroffen haben?

Ja, das stimmt. Das war im Jahr 2006 beim New York Marathon. Mitten auf der First Avenue, Richtung Central Park, bei Kilometer 30. Da habe ich gedacht: Ich mach’ das, ich geh’ zu Microsoft.

Ist Ihnen die Entscheidung schwer gefallen?

Wenn man in einem sinkenden Markt arbeitet, ist nach fünf Jahren die Motivation etwas ramponiert. Es ist immer schöner, in einen wachsenden Markt zu arbeiten.

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