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17.01.2006 
Buchhandelsriese benennt neue Geschäftsführer

Weltbild-Chef holt Verstärkung

von Christoph Moss

Wenn die Branchengröße Weltbild wichtige Personalentscheidungen trifft, dann hört die Konkurrenz genau hin. Via Pressemitteilung informierte die Buchhandelstochter Weltbild plus gestern die Öffentlichkeit über Änderungen an der Unternehmensspitze.

HB DÜSSELDORF. Demnach führen Hans-Jürgen Junker, 40, und Jochen Laabs, 52, das Unternehmen seit Jahresanfang allein. Die bisherigen Geschäftsführer, Carel Halff und Maximilian Hugendubel, wechseln in einen neu geschaffenen Beirat.

Weltbild plus ist ein gemeinsames Unternehmen der Buchhandlung Hugendubel und der Verlagsgruppe Weltbild. Die Buchhandelskette ist, gemessen an der Zahl der Filialen, Marktführer im deutschsprachigen Raum. Das Unternehmen betreibt in Deutschland, Österreich und der Schweiz die Filialketten Weltbild plus, Weltbild! und Jokers mit insgesamt 310 Buchhandlungen. Im vergangenen Jahr kam die Gruppe auf einen Umsatz von 266 Millionen Euro. Weltbild plus ist zudem mehrheitlich an der Wohlthat’schen Buchhandlung mit bundesweit 57 Filialen und 30 Millionen Euro Umsatz beteiligt.

Die beiden neuen Männer an der Spitze haben bereits operativ in dem Unternehmen gearbeitet. Junker betreute die Filialen, sein Kollege Laabs steuerte die Expansion. Vor allem das starke Wachstum der Gruppe sei nun verantwortlich für die Benennung der neuen Geschäftsführer, sagte eine Unternehmenssprecherin.

Der starke Mann im Hintergrund aber bleibt Carel Halff. Der 54-Jährige ist nicht nur im Beirat vertreten, sondern auch Chef der Muttergesellschaft Weltbild – einer einzigartigen Verlagsgruppe, die 14 katholischen Diözesen und der Soldatenseelsorge Berlin gehört. „Sehr langfristig orientierte Gesellschafter“ seien dies, sagte Halff einmal. Seine Mitarbeiter beschreiben den gelernten Verlagskaufmann als „bescheidenen“ Menschen, der gut delegiere und verlässliche Mitarbeiter um sich geschart habe. Er sei ein Manager mit vielen Ideen. Ein Mann, der vorausdenke.

Halff war es, der aus einem kleinen, auf religiöse Werke beschränkten Buchverlag ein breit aufgestelltes Medienunternehmen formte. Es war seine Kreativität, die dem Unternehmen stets neue Standbeine und Vertriebskanäle bescherte. Und Carel Halff war es auch, der für 2006 klare Signale an den Buchhandel gesendet hat. Allein bis März werden Weltbild plus und Weltbild! fünf weitere Filialen in Bonn, Berlin, Frechen, Stuttgart und Neuwied eröffnen.

Die neuen Geschäftsführer Junker und Laabs werden diese Philosophie umzusetzen haben. Und die Konkurrenz wird sich weiter verwundert die Augen reiben.

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