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17.05.2006 
Weltwirtschaft

Weltwirtschaftlicher Preis an Delors, Akerlof und Nokia-Chef

dpa/lno KIEL. Der frühere EU-Kommissionspräsident Jacques Delors, Nobelpreisträger George Akerlof und Nokia-Chef Jorma Ollila erhalten dieses Jahr in Kiel den Weltwirtschaftlichen Preis.

Die Ausgewählten hätten sich um die Verbindung von wirtschaftlicher Effizienz und sozialer Gerechtigkeit verdient gemacht, sagte der Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW), Dennis Snower. Die undotierte Auszeichnung wird seit 2005 vom IfW, der Industrie- und Handelskammer und der Stadt Kiel verliehen. Die Übergabe ist für den 18. Juni geplant.

Der Franzose Delors war von 1985 bis 1994 Präsident der Kommission in Brüssel. In dieser Zeit habe er Eckpunkte für die wirtschaftliche und soziale Zukunft Europas markiert, sagte Snower. Der US-Forscher Akerlof hatte 2001 den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften erhalten. In seinem berühmtesten Aufsatz „Das Saure-Gurken-Problem“ untersuchte er Mechanismen des Gebrauchtwagenmarkts. Er zeigte dabei, dass freie Märkte nicht funktionieren, wenn Käufer und Verkäufer ungleichen Zugang zu Information haben. Snower sagte, Akerlof habe der Wirtschaft bewiesen, wie wichtig sozialer Zusammenhalt sei.

Zum finnischen Konzernchef Ollila sagte Snower, dieser habe sein Unternehmen revolutioniert und gezeigt, „dass wirtschaftliche Anreize mit sozialer Verantwortung vereinbar sind“. Der Weltwirtschaftliche Preis geht jeweils an einen Politiker, einen Unternehmer und einen Wirtschaftsforscher. 2005 hatten ihn der ehemalige niederländische Ministerpräsident Wim Kok, Nobelpreisträger Robert Mundell und Porsche-Vorstandschef Wendelin Wiedeking bekommen. Sie zählten dieses Jahr auch zu der internationalen Jury des Preises.

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