Motiv für den Doppelmord soll Geldgier gewesen sein. Es wäre nicht das erste Mal, dass der schlechte Ruf Südafrikas zur Verschleierung eines familieninternen Mordes dient.
Lotter arbeitete seit 1990 in Merebank bei Durban, zunächst als Produktions- und seit Mitte der neunziger Jahre als Standortleiter für das Leverkusener Spezialchemie-Unternehmen, das Bayer 2004 aus dem Konzern ausgliederte. Lanxess produziert in Südafrika Leder- und Kautschukchemikalien. An fünf Standorten arbeiten rund 450 Mitarbeiter.
Als Gastgeber der Fußball-WM 2010 wird Südafrika seit einiger Zeit in den Medien genau beobachtet. Als der frühere österreichische Profifußballer Peter Burgstaller kurz vor der Auslosung der Qualifikationsgruppen für die WM 2010 im vergangenen November auf einem Golfplatz bei Durban erschossen wurde, schien dies schlimmste Befürchtungen zu bestätigen: Südafrika bekomme sein Kriminalitätsproblem vor der WM 2010 nicht in den Griff.
Mit täglich rund 50 Morden hat das Land am Kap tatsächlich eine der höchsten Kriminalitätsraten weltweit. Allerdings spielt sich diese Gewalt überwiegend in den Armengebieten ab – und schwappt nur gelegentlich in die mehrheitlich von Weißen bewohnten Villenvororte.
