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19.11.2007 
Tom Albanese

Wenn der Jäger zum Gejagten wird

von Dirk Heilmann

Nur wenige Wochen nach seinem Amtsantritt als Rio-Tinto-Chef schluckte Tom Albanese den Konkurrenten Alcan. Nun ist sein Unternehmen selbst ins Visier eines Jägers geraten: Rohstoff-Gigant BHP Billiton macht Albanese ordentlich Druck mit seinem Übernahmeangebot.

Vom Jäger zum Gejagten: Tom Albanese Foto: rtrLupe

Vom Jäger zum Gejagten: Tom Albanese Foto: rtr

LONDON. Als Tom Albanese am 9. September seinen 50. Geburtstag feierte, war er auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Auf einer Board-Sitzung in Johannesburg gratulierten ihm seine Kollegen aus der Führungsspitze des Rohstoffkonzerns Rio Tinto. Ein ereignisreiches halbes Jahr lag hinter ihnen, seit Albanese am 1. Mai das Chefbüro in London bezogen hat.

Dabei hatte er mit einem Bluff begonnen: Zum Amtsantritt hatte der Mann mit den kurzen, welligen Haaren Kontinuität versprochen und versucht, Analysten von der Erwartung abzubringen, dass er einen aggressiveren Kurs als sein Vorgänger Leigh Clifford steuern werde.

Nur zehn Wochen später stand Tom Albanese auf einer Bühne in Montreal und besiegelte die größte Übernahme der Firmengeschichte. Für 38 Milliarden Dollar verleibte er Rio Tinto den kanadischen Aluminiumkonzern Alcan ein. Rio ist nun mit einem Schlag größter Aluminiumhersteller der Welt. Kein schlechter Einstand für Albanese.

Und nur zwei Monate später sieht die Welt schon wieder ganz anders aus: Der neue Chef des Rohstoff-Weltmarktführers BHP Billiton, Marius Kloppers, hat ein Angebot für Rio Tinto auf den Tisch gelegt – drei BHP-Aktien für eine Rio-Aktie.

Der Jäger wird zum Gejagten: Der 45-jährige Kloppers macht Albanese ordentlich Druck. Als der Board von Rio Tinto das erste Angebot abwies, wendete sich der ehrgeizige Kontrahent umgehend an die Rio-Tinto-Aktionäre. Kloppers will unbedingt einen der fünf größten Konzerne der Welt schmieden, der mit einer Marktkapitalisierung von an die 400 Milliarden Dollar wertvoller wäre als Microsoft. Für Tom Albanese allerdings wäre darin wohl kein Platz mehr.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Albanese bastelt an einer Abwehrstrategie

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