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28.04.2007 

Macht nichts. Nach dem Examen fährt Asbeck erst einmal mit dem Motorrad quer durch Afrika und beginnt, einen Handel mit Ersatzteilen aus Deutschland zu betreiben. Nach der Rückkehr aus Afrika gründet er in Bonn ein Ingenieurbüro, das Industrieanlagen ins Ausland liefert. Als Umweltfreak interessiert sich Asbeck auch für Sonnenenergie. Aufs Bürodach will er sich eine Solaranlage setzen. Die soll 10 000 D-Mark kosten, hat aber nur denselben Spareffekt wie ein paar weniger Glühbirnen im Büro. Eine solche Technik wäre „höchstens im ökologischen Ablasshandel für Birkenstock-Jünger“ sinnvoll gewesen, erinnert sich Asbeck – aber keine Technik, die sich ökonomisch durchsetzt. Es muss schon ein paar Nummern größer sein: Auf eigenes Risiko und auf eigene Rechnung baut er die damals mit Abstand größte private deutsche Solaranlage auf das Dach einer Bonner Industriehalle.

Damit steigt er zugleich zu Deutschlands größtem Importeur für Solarmodule auf. Fortan bekommt er jedes Jahr von seinem Modullieferanten BP eine Ehrenplakette als bester Verkäufer Nordeuropas. Das reicht ihm bald nicht mehr: „Ich wollte keine Plaketten mehr, ich wollte unabhängig sein.“ Und diesmal liegt Asbeck voll im Trend: Er gründet im Jahr 1998 seine Solarworld AG, bringt sie 1999 an die Börse, kauft mit den zugeflossenen Mitteln noch im selben Jahr eine Solarmodulfabrik in Schweden, im Boomjahr 2000 dann die Solarsparte der Bayer AG samt Fabrik im sächsischen Freiberg.

Der Kurs der Aktie explodiert geradezu. Und als einer der wenigen Stars der New Economy übersteht Asbeck auch den Börsencrash, gewinnt mit jeder Energiekrise und Klimaschutzdebatte neue Wachstumschancen. Weltweit gehört das Unternehmen zum Spitzentrio der Branche.

Eine Karriere, die in Amerika das unvermeidliche Etikett des Tellerwäschers verpasst bekäme. Aber das passt nicht auf Asbeck. Als Teenager hing er – ganz und gar unamerikanisch – marxistischen Träumen von Gerechtigkeit und Weltverbesserung nach. Die Überzeugung nahm auf einer Schulungsreise der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend (SDAJ) ein jähes Ende. Und da half die Leidenschaft ein gutes Stück mit. Die Erfahrung nämlich, dass das DDR-Motorrad MZ statt der im Westen üblichen Nadellager qualitativ schlechtere Rotgussbuchsen eingebaut hatte, ließ den Motorradfreak zweifeln. „Für mich war klar: Wenn der Genosse alle 10 000 Kilometer das Hauptlager wechseln muss, konnte der Sozialismus nur scheitern.“ Direkt nach seiner Rückkehr aus der DDR trat Asbeck bei der SDAJ aus. Seine Philosophie Marke Eigenbau heißt heute: „Die Widersprüchlichkeit des Menschen führt zu klassischen dialektischen Lösungen. Und das heißt immer: Links und rechts sehen und gucken, was dabei rumkommt.“

Seine Politikerkarriere als Grüner, für die er als jüngstes Fraktionsmitglied im Kreistag des Rhein-Sieg-Kreises saß, war nur von kurzer Dauer. „Diese nächtelangen Diskussionen gingen mir auf die Nerven. Ich wollte nachts schlafen.“ Parteimitglied ist er zwar immer noch, sein Mandat legte er nach zweieinhalb Jahren dagegen freiwillig nieder.

Lesen Sie weiter auf Seite 4: Mit „vielen Viechern“ ist er aufgewachsen.

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