Hat ein Mann, der so virtuos zwischen eigentlich unvereinbaren Lebensentwürfen hin- und hergependelt ist und dem der Begriff „Political Correctness“ vermutlich den Schlaf raubt, Vorbilder? Ja, aber es sind weder Supermänner der Wirtschaft noch der Politik. Asbeck hat’s auch bei Idolen gern bodenständig und rustikal. In seiner Jugend war es zum Beispiel der grauhaarige, hyperstarke Müllmann, der „unsere schweren Mülltonnen immer wie Federgewichte hochgehoben hat“ und den Jungen öfter auf dem großen Müllwagen mitfahren ließ. „Ich habe“, sagt der Erfolgsunternehmer, „immer große Ehrfurcht vor den Leuten, die das, was sie machen, richtig gut machen.“ Wie auch der Bauer Kampmann, der am Dortmunder Stadtrand Äcker von den Landwirten pachtete, die nicht mehr weitermachen wollten, und schließlich im Schatten von Hochöfen und Zechen über hundert Hektar bewirtschaftete. „Auf Kampmanns Hof habe ich fast meine ganze Freizeit verbracht und viel gelernt“, sagt der High-Tech-Mann mit rustikalem Anstrich.
Mit „vielen Viechern“ ist er aufgewachsen, mit Tieren beschäftigt er sich noch heute gern. Enten, Gänse und Hühner, Pfauen und Truthähne und, nicht zu vergessen, fünf Hunde tummeln sich auf Asbecks Anwesen in Bonn. Es ist ein alter Park mit einem neugotischen Schlösschen, das Asbeck vor dem Abriss gerettet und in zehnjähriger Arbeit renoviert hat. Im großen Grün werkelt er dann gerne in Gummistiefeln und – wie zum Beweis für seinen Hang zu Maschinen – mit einem kleinen Unimog.
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Die noble Umgebung passt ganz gut zum Titel „Sonnenkönig“, der ihm angeheftet wird. Asbeck will zwar auch gern ganz oben sein und niemanden haben, der über ihm steht. „Das liegt daran, dass ich so dominant bin.“ Aber ein absoluter Herrscher wie Louis XIV. möchte er denn doch nicht sein. Lieber eine Art paternalistischer Gutsherr, der für die seinen sorgt und zugleich verehrt wird: „Es macht mir Spaß, wenn ich am Werkstor vom Pförtner mit ,Guten Morgen, Herr Direktor’ gegrüßt werde.“
Da wäre der umtriebige, für Manager höchst unkonventionelle Asbeck vielleicht gern so jemand wie der in Westfalen noch immer geschätzte „Tolle Bomberg“, ein für allerlei Unfug wie auch Gerechtigkeitssinn berühmter Landadeliger des 19. Jahrhunderts. Oder wie, ein paar Rangstufen höher, jener Fürst Muskau in der Lausitz, der seinen bunten Lebenslauf mit der Anlage von berühmt gewordenen Landschaftsgärten krönte. So etwas schwebt auch dem unangepassten Naturburschen Frank Asbeck als sein grünes Meisterstück noch vor.
Da könnte er auch wieder Löcher buddeln.
