Wiedeking gibt auf der Hauptversammlung Breitseiten Richtung Osterloh ab: "Es gibt für diese Klage so wenig eine Rechtsgrundlage wie für die bereits abgewiesene einstweilige Verfügung." Danach ätzt er gegen die von Bundesjustizministerin Zypries angestrebte Novellierung des vom europäischen Gerichtshof verbotenen VW
-Gesetzes.
Sie soll Niedersachsen als Großaktionär auch in Zukunft Sonderrechte einräumen.
Der Antwort aus Wolfsburg folgt am vergangenen Freitag prompt. Wer sich gegen das VW
-Gesetz
stelle, der stelle sich gegen die Belegschaften von Audi
und Volkswagen,
giftet Osterloh.
Hück wird wieder gegen die eigenen Genossen kämpfen müssen. Das macht er nicht gerne. Denn er denkt ein bisschen wie Wiedeking. Und der versucht den VW
-lern
einzutrichtern, dass der Feind außen am Markt steht und nicht in Zuffenhausen. Die Wolfsburger Betriebsräte haben Hück unterschätzt. Anders als sie hat der gelernte Lackierer die Pläne für die Porsche
Holding von Anfang an genau studiert und schnell erkannt, was für seine Leute herauszuholen ist. Und die danken es ihm. Bei Betriebsversammlungen wird er mit "Uwe, Uwe"-Rufen empfangen, wie einst Fußballlegende Uwe Seeler. "Er kann reden und die Leute in seinen Bann ziehen. Das ist fast unheimlich", sagt ein Porsche
-Beschäftigter.
"Im Grunde ist er sehr harmoniebedürftig", sagt ein Insider. Mit zwei Jahren verliert er seine Eltern bei einem Verkehrsunfall und zieht ins Kinderheim. Anerkennung findet er später beim Thaiboxen und bei Porsche,
wo er sich hocharbeitet.
Nach Ende der Hauptversammlung, auf der Wiedeking verkündet, dass Porsche
im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres den Umsatz um 14,2 Prozent auf rund 3,5 Milliarden Euro und den Absatz um 18,7 Prozent auf rund 46 600 Fahrzeuge steigern wird, geht Hück noch mal zu Piëch. Der spricht jetzt mit ihm. Denn Piëch weiß: Kann der Streit mit den Wolfsburger Arbeitnehmervertretern nicht beigelegt werden, ist das Projekt VW-Porsche
gefährdet.
