Auch zwischen Umweltschutz und Geschäfte-Machen sieht Ludwig keinen Gegensatz. So zuckte er auch nicht zusammen, als einer der Preisträger, der US-Stararchitekt Thom Mayne, sich bedankte und beinahe entschuldigend erklärte, dass in seinen Gebäuden das Tageslicht so optimal genutzt werde, dass die Kosten für elektrisches Licht um ein Drittel gesenkt werden könnten. Natürlich, räumt Ludwig ein, hätte er mit einer reinen Energiespardiskussion ein Problem.
Aber wenn es Zumtobel als innovativem und umweltbewusstem Hersteller gelinge, statt in einem von Maynes Monumenten in zweien zum Zug zu kommen, "wird daraus wieder ein Geschäftsmodell".
Nicht immer ist es dem Manager in der Vergangenheit gelungen, seine Ideen so positiv zu verkaufen. Einige seiner 47 Jahre hat er wohl dafür gebraucht, um auf den richtigen Dreh zu kommen. So formulierte er erst vor zwei Jahren einen Satz, für den er sich anschließend sicherlich am liebsten auf die Zunge gebissen hätte. "Kekse oder Licht" - im Prinzip sei es ihm egal, was er verkaufe. Das kam bei den Mitarbeitern am Firmensitz in Dornbirn nicht gut an.
Damals, urteilen einige seiner Geschäftspartner, sei Ludwig wohl einer von diesen Investmentbankern gewesen, "die in ein Unternehmen hineinspringen und sich zurückziehen, sobald ihr Job erledigt ist. Egal, was dann passiert."
Seine Karriere hatte der promovierte Jurist zuvor beim Optikunternehmen und Kitschimperium Swarovski begonnen, wo er auf der Karriereleiter ganz nach oben geklettert war. Er sanierte Tochtergesellschaften in den USA und Tirol , brachte es schließlich bis an die Spitze des Unternehmens. Nach 15 Jahren in der Industrie zog es Ludwig dann zur Investmentbank UBS Warburg in London, wo er zusammen mit Fünfundzwanzigjährigen noch einmal die Schulbank drückte, um die Prüfung für die Börsenzulassung abzulegen.
Zu dieser Zeit drohten bei dem österreichischen Leuchtenhersteller Zumtobel in Dornbirn die Lichter auszugehen. Der Chef des Familienunternehmens Jürg Zumtobel hatte auf dem Höhepunkt des Börsenbooms im Jahr 2000 die um einiges größere britische Leuchtengruppe Thorn viel zu teuer eingekauft. Händeringend suchte er Geldgeber und war schließlich auf die US-Finanzinvestorengruppe Kohlberg Kravis Roberts gestoßen. Die übernahm knapp die Hälfte der Anteile des Leuchtenherstellers und besetzte einige Zimmer in der Führungsetage in Dornbirn. Die mehr als 8000 Mitarbeiter zogen die Köpfe ein und witterten Heuschrecken.
Lesen Sie weiter auf Seite 3: Geschichte hat ein Happy End
