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12.03.2008 
Management

Zackig in die Zukunft

von Sonia Shinde

Stillgestanden! Ein Schweizer General will Manager der Deutschen Bank mit militärischen Ausbildungsinhalten drillen für den Kampf um Kunden und Konditionen. Militärische Ausbildung lässt sich gut ins Zivile übertragen, meint der General, der ein alter Kamerad von Josef Ackermann ist.

Ackermann holt einen Kameraden. Foto: apLupe

Ackermann holt einen Kameraden. Foto: ap

FRANKFURT. Kader, Kriege, Krisen sind sein Geschäft seit 25 Jahren. Doch künftig sind es nur noch Kader und Krisen: Im Sommer wechselt der Schweizer Generalmajor Ulrich Zwygart zur Deutschen Bank – „nach sorgfältiger Lagebeurteilung“.

Das ist ungewöhnlich für einen Schweizer Militär, der sich einst als langhaariger Popmusiker als Rekrut zum Dienst meldete und später als Berufssoldat blieb, weil er „zu sehr Idealist war, um ein harter und damit erfolgreicher Anwalt zu werden“, wie er selber sagt.

Karriere hat er trotzdem gemacht: Berufsoffizier, Kommandant der Panzerschulen, Inspektor der Kampftruppen und seit 2004 Kommandant der Höhere-Kader-Ausbildung der Schweizer Armee. Sein Bereich gilt als einer der bestgeführten des gesamten Militärs.

Genützt hat das dem Zwei-Sterne-General nicht: Mehrfach blieb der als „ehrgeizig“ beschriebene promovierte Jurist und Rechtsanwalt bei Beförderungen unbeachtet. „Neid und Missgunst“ hätten eine „ unheilvolle Wirkung entfaltet“, so Schweizer Medien.

Jetzt soll Zwygart als „Managing Director“ talentierten Bankern die Fortsetzung der Wirtschaft mit anderen Mitteln beibringen. Damit der Branchenprimus gut gerüstet in den Kampf um Kunden und Konditionen ziehen kann, drillt der als „zackig“ geltende Zwygart Nachwuchs-Manager auf Entscheidungen unter Zeitdruck und zwingt sie, beim Risikomanagement „in emergencies zu denken“.

Das hat er schon an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich beim Master-Studiengang für künftige Generäle getan und in seinem Managementbuch „Wie entscheiden Sie?“ beschrieben. Dort finden sich die Optionen Hannibals im Krieg gegen Rom genauso wie John F. Kennedys Entscheidung zur Kuba-Krise und die Nachfolgeplanung des ehemaligen General Electric Chefs Jack Welch.

Militärische Ausbildungsinhalte lassen sich gut ins Zivile übertragen, davon ist der Vater dreier Kinder überzeugt. Und passt damit perfekt in die Deutsche Bank des Josef Ackermann: Dort übt man an der bankeigenen Risikoakademie in London Grundsätze, die sonst an Generalstabsschulen gelten.

Mit Zwygart gewinne man einen erfahrenen Personaler, der künftige Führungskräfte fit mache für die Herausforderungen der Zukunft, heißt es aus Kreisen des Instituts. Verwunderlich ist der Wechsel ausgerechnet zur Deutschen Bank nicht: Zwygart und Ackermann sind alte Kameraden. In der Armee brachte Ackermann es immerhin zum Oberst, jetzt dient sogar ein General unter ihm.

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