Und Grube kennt sich aus. Bestens. Denn keiner findet sich im Daimler-Vorstand so gut in der diffizilen Materie des französisch-deutsch-spanischen Konzerns zurecht wie der Daimler-Chrysler-Strategie-Vorstand.
Schrempp hatte den gelernten Flugzeugtechniker 1995 bei seinem Wechsel vom EADS-Vorläufer Dasa in die Konzernzentrale nach Möhringen mitgenommen. Schrempp schätzte Grube als Arbeitstier mit strategischen und durchaus rhetorischen Fähigkeiten.
Meist tritt der Hanseat bewaffnet mit einem Aktenordner gespickt mit Charts und Folien vor die Kollegen. „Er ist da sehr überzeugend“, sagt ein ehemaliger Mitarbeiter. „Bei einer neuen Aufgabe arbeite ich mich erst mal in die Zahlenwelt ein und mache mich sachkundig“, hat Grube einmal gesagt.
Das geschieht dann in aller Gründlichkeit. So wie es für Manager typisch ist, die nicht direkt von irgendeiner Elite-Hochschule eine Blitzkarriere mit Katapultstart hingelegt haben. Grube absolvierte erst eine Lehre im Metallflugzeugbau, ehe er an der Fachhochschule in Hamburg Diplomingenieur für Fahrzeugbau und Flugzeugtechnik wurde. Anschließend wechselte er an die Uni in Hamburg, um Berufs- und Wirtschaftspädagogik zu studieren. 1986, im Alter von 35 Jahren, promovierte er. Und erst drei Jahre später startete er seine Karriere in der freien Wirtschaft bei Messerschmitt-Bölkow-Blohm, der späteren Daimler-Benz Aerospace.
Nach einer Station bei der Deutschen Airbus GmbH in Hamburg arbeitete er sich bei der Dasa bis zum Direktor der Unternehmensplanung hoch. In der Konzernzentrale fädelte er später nicht nur den Einstieg bei Chrysler mit ein, sondern leitete auch die Schlüsselposition „Post Merger Integration“, die dafür sorgen sollte, dass die Einverleibung von Chrysler möglichst reibungslos funktioniert.
Eigentlich sollte er danach Personalvorstand werden. Doch dann kehrte er überraschend dem Großkonzern den Rücken. Der Stuttgarter Mittelständler Rudi Häussler wollte ihn als selbstständigen Partner in seiner Bauinvestoren-Gruppe als Nachfolger aufbauen.
Grubes Versuch, sein eigener Chef zu werden, schlug aber fehl. Schnell zeigte sich, dass der Konzernmanager mit dem patriarchalisch geführten Mittelständler nicht klar kam. Das blieb Schrempp nicht verborgen, der seinen Strategen nach nur wenigen Monaten bei Häussler zurückholte.
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