0 Bewertungen
17.08.2007 
Werner Andree

Zwei sind besser als drei

von Eberhard Krummheuer

Werner Andree wird wieder Chef von Vossloh. Beim ersten Mal war es nur provisorisch. Jetzt will der Marathonläufer mehr.

Werner Andree wird wieder Chef von Vossloh. Foto: PR

Werner Andree wird wieder Chef von Vossloh. Foto: PR

DÜSSELDORF. Gerade erst hat er das Chefbüro in der Firmenzentrale in Werdohl bezogen. Es ist noch nicht wirklich seins: Alles sieht aus wie beim plötzlichen Rausschmiss seines Vorgängers letzte Woche. „Da wird sich noch manches ändern“, sagt Werner Andree.

Erst vorigen Donnerstag ist Andree zum Vorstandssprecher des Bahntechnik-Mittelständlers Vossloh bestellt worden. Und hat dankbar schon ein Angebot aus seinem Kieler Werk angenommen: Die dortigen Diesellokbauer wollen ihm Großmodelle von Vossloh-Loks zur Ausstaffierung seines Büros schicken.

„Das ist schon eine schicke Sache“, freut sich der silberhaarige Mann, der vielen im Konzern bisher nur als dröger Finanzvorstand mit wenig Affinität zur Bahntechnik erschienen war. Das sieht der 56-jährige gebürtige Kölner, der seit September 2001 Finanzvorstand des MDax-Unternehmens war, ganz anders. Nach Jahren in der Versicherungsbranche und in der Pharmaindustrie fühlt sich der Betriebswirt und Steuerberater bei Vossloh wohl: „Diese Art der Technik ist greifbar, damit kann ich was anfangen.“

Nach der Ära des langjährigen Vossloh-Vorstandsvorsitzenden Burkhard Schuchmann und der folgenden Episode des rasch gescheiterten Gerhard Eschenröder hat Andree jetzt das Sagen. „Eigentlich hatte ich mal davon geträumt, frühzeitig aus dem Berufsleben auszuscheiden, um mich anderen Dingen zu widmen“, sagt der passionierte Reiter und Marathonläufer, dessen persönliche Bestzeit bei drei Stunden, 23 Minuten liegt. „Jetzt wird wohl so schnell nichts daraus. Ich freue mich aber auf die neue Herausforderung.“

Der Aufsichtsrat hat ihn verpflichtet, wieder Ruhe und Kontinuität in einen Konzern zu bringen, der in den vergangenen zwei Jahren neben einer Beinahe-Verdreifachung seines Aktienkurses vor allem Schlagzeilen mit seinen Top-Personalien machte. 2005 war es der Krach zwischen dem seinerzeitigen Aufsichtsratschef Kajo Neukirchen und dem damaligen Vorstandschef Schuchmann, der damit endete, dass beide das Unternehmen verließen.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Andree war immer da

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Handelsblatt Experten + Meinungen

Handelsblatt-Kommentar

Kreditklemme: Harte neue Welt  Artikel in Merkliste

03.12.2008, 20:08 Uhr von Robert Landgraf

Viele Unternehmer werden sich bald mit Wehmut an vergangene Zeiten erinnern. An Zeiten, in denen es einfach war, Kredite aufzunehmen, in denen sie ihnen von Banken regelrecht aufgedrängt wurden. Das gilt insbesondere für mittelgroße Firmen, die keinen Zugang zum Kapitalmarkt haben. Kommentar

Handelsblatt-Kommentar

Kontrollierter Konkurs  Artikel in Merkliste

03.12.2008, 18:27 Uhr von Matthias Eberle

Lange ist es her, da nannten sie den weltgrößten Autokonzern „Generous Motors“. Kein anderes Unternehmen zahlte großzügiger. Jetzt soll die Regierung dafür zahlen, dass die US-Autoindustrie seit Jahren den internationalen Wettbewerb ignoriert und darüber hinaus Fahrzeuge baut, die der Kunde nicht mehr will. Kommentar

weiterHandelsblatt Quiz

Vorstandsbezüge: Quiz: Was Dax-Manager verdienen

Los geht's!Über Ihre Gehälter wird derzeit viel diskutiert. Deutsche-Bank-Chef Ackermann verzichtet 2008 nun auf jegliche Boni. Aber was verdienen die Chefs der Dax-Unternehmen überhaupt?
Testen Sie Ihren Realitätssinn!
Anzeige