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10.01.2009 
Krisengeschüttelte UBS-Manager

Zwei UBS-Banker auf Abruf

von Torsten Riecke

UBS-Vorstandschef Marcel Rohner und Verwaltungsratschef Peter Kurer müssen um ihren Job bangen: Finanzkrise und eine Steueraffäre in den USA belasten die beiden Chefs, die öffentlichen Zweifel an ihrer Eignung mehren sich. Den Managern droht ihr Schicksal und das der Schweizer Bank aus den Händen zu gleiten.

Finsterer Blick in eine ungewisse Zukunft: UBS-Vorstandschef Marcel Rohner weiß, dass er nur ein Kandidat des Übergangs ist. Foto: ReutersLupe

Finsterer Blick in eine ungewisse Zukunft: UBS-Vorstandschef Marcel Rohner weiß, dass er nur ein Kandidat des Übergangs ist. Foto: Reuters

ZÜRICH. Es kann nur noch besser werden. Nach einem "Jahr des Schreckens" haben Peter Kurer und Marcel Rohner den krisengeschüttelten Kunden und Aktionären der UBS Mut gemacht. In einem persönlichen Schreiben zum Jahreswechsel versprechen der Verwaltungsratschef und der Vorstandsvorsitzende der Schweizer Großbank, dass die "nachhaltige Rückkehr in die Gewinnzone" im neuen Jahr oberste Priorität habe.

"Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube." Mit diesem Goethe-Zitat aus dem "Faust" lässt sich der wachsende Zweifel in der Schweiz an dem Führungsduo auf den Punkt bringen. In Zürich macht sich der Eindruck breit, dass Kurer und Rohner die Zügel längst aus der Hand geglitten sind. Das Magazin "Bilanz" beschreibt die beiden Bankchefs als Getriebene, die weder ihr eigenes noch das Schicksal der UBS in den Händen halten.

In einem Klima der Verunsicherung und Führungsschwäche gedeihen Spekulationen besonders gut. So machte kurz vor Weihnachten die Meldung die Runde, Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann zeige Interesse an dem UBS-Spitzenjob. "Kurzfristig ist damit nicht zu rechnen", sagt ein Banker in Zürich, "aber langfristig ist das durchaus denkbar." Ackermanns Vertrag bei der Deutschen Bank läuft noch bis 2010. Danach wäre für den Schweizer im deutschen Exil die Rückkehr in die Heimat frei. Für Ackermann hätte ein Wechsel zur UBS nicht zuletzt den Reiz, es der Erzrivalin Credit Suisse noch einmal zu zeigen. Dort wurde der Hoffnungsträger 1996 von seinem damaligen Mentor Rainer Gut ins Ausland vertrieben.

Ob die Zeit für einen sanften Führungswechsel reicht, haben Kurer und Rohner jedoch nicht in der Hand. Zwar haben sie das Krisenjahr 2008 trotz Milliardenverlusten, vier Aktionärstreffen und einer staatlichen Kapitalstütze überstanden. Aber jedermann weiß, dass die beiden Bankchefs nur Kandidaten des Übergangs sind. Der 59-jährige Kurer und der 44-jährige Rohner sind schon auf Grund ihrer Vergangenheit keine Männer des Aufbruchs. Beide waren lange vor Ausbruch der Finanzkrise in der Konzernleitung der UBS und gelten deshalb als belastet.

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