Er räumt aber ein, es habe Gespräche mit Blackstone gegeben. Thema sei aber nicht die Zumwinkel-Personalie gewesen, sondern die Zukunft der Telekom und die Pläne von Telekom-Chef René Obermann. Bei Blackstone in London war am Donnerstag niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.
Steinbrück betont „die vertrauensvolle Zusammenarbeit“ mit Zumwinkel. „Wir sehen keinen Grund, die Arbeit des Aufsichtsratschefs der Telekom zu kritisieren“, heißt es im Leitungsstab des Ministeriums. Man werde keine vorzeitige Beendigung des Vertrags beantragen oder befürworten. Und solche Gespräche mit Zumwinkel habe es nicht gegeben. Auf der Hauptversammlung in Köln wird ein Wechsel an der Spitze des Kontrollgremiums dennoch heftig diskutiert. „Zumwinkel versteht sich doch gut mit Finanzminister Peer Steinbrück. Die Bundesregierung wird kein Interesse an einem Wechsel haben“, sagt eine ausländische Telekom-Expertin und fügt hinzu: „Das Führungschaos bei Siemens ist ja ein mahnendes Beispiel.“
In den Reihen der Telekom hingegen hält man sich bedeckt. „Kein Kommentar“, heißt dort die Devise. Aber beim krisengeschüttelten Telekommunikationskonzern hat derzeit niemand ein Interesse an einem Wechsel im Aufsichtsrat, wenn auch Zumwinkels Beziehung zu Telekom-Chef Obermann nicht besonders eng ist, wie Vertraute berichten. „Das Verhältnis ist neutral“, sagt ein Insider auf der Hauptversammlung – zwei Generationen, zwei Führungsstile.
Doch Zumwinkel, der als Post-Chef enge Verbindungen zur jeweiligen Bundesregierung pflegt, ist wesentlicher Bestandteil des Machtsystems. Er ist wichtig, um Obermann etwa im Kampf um die Ausgliederung von 50 000 Service-Mitarbeitern politisch den Rücken frei zu halten.
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