Beteiligungsmarkt neu gewürfelt: Neben harten Faktoren muss auch die Chemie stimmen

Beteiligungsmarkt neu gewürfelt
Hochzeit auf chinesisch

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Neben harten Faktoren muss auch die Chemie stimmen

Vor dem Hintergrund einer Buy-and-build-Strategie suchen die Investoren in erster Linie Unternehmen, die in Deutschland erfolgreich sind und international expandieren wollen. So können chinesische Investoren Mittelständlern helfen, in China Fuß zu fassen. „Die chinesischen Investoren haben ein gutes Gefühl, wie sie die spezifischen Stärken, meist geht es um Technologien der jeweiligen Unternehmen, in das eigene, volumenstarke Land bringen und Unternehmenswert schaffen“, sagt Sven Oleownik, Partner und Deutschlandchef der internationalen Investmentgesellschaft Gimv.

Die Unternehmen profitieren bei einer Übernahme damit vom Know-how der Beteiligungsgesellschaften sowie dem Zugang zu Netzwerken. Um den passenden Investor zu finden, sollten sich Mittelständler rechtzeitig auf den Radar von potenziellen Private-Equity-Unternehmen bringen. „Es ist wichtig für Mittelständler, die Gespräche nicht zu lange aufzuschieben und sich mit möglichen Investoren nicht erst auszutauschen, wenn es ohne sie im Unternehmen nicht mehr geht“, so Oleownik. Denn dann ist der Zeitdruck groß.

Um mögliche Investoren zu überzeugen, sollte ein Unternehmen eine klare Strategie vorweisen können, rät Bernhard Ebel, Geschäftsführer bei EbelHofer Consultants. Dazu gehören zum Beispiel eine gute Produkt – und Vertriebsstrategie, ein Entwicklungsplan und Ziele für die kommenden Jahre. „Es ist auch wichtig, sich von Anfang an Gedanken über einen angemessenen Unternehmenswert zu machen und eigene Vorstellungen zu entwickeln, mit denen man in die Gespräche mit dem Investor geht“, so der Berater. Allerdings sehen 84 Prozent der Investoren in zu hohen Preisvorstellungen der Verkäufer einen Grund, der gegen die Erhöhung der Beteiligungen spricht.

Neben den harten Faktoren muss sich ein Unternehmen aber auch immer fragen, ob auch die Chemie stimmt. „Nicht selten scheitern Unternehmensübernahmen, weil es keine leichte Aufgabe ist, zwei Unternehmen aus zwei ganz unterschiedlichen Kulturkreisen zusammenzuführen“, sagt Andreas Glunz, Bereichsvorstand International Business bei KPMG. Zielunternehmen sollten auf jeden Fall darauf achten, dass der Investor an einer langfristigen Beteiligung interessiert ist. „Andernfalls besteht die Gefahr, dass das eigene Unternehmen lediglich ausgesaugt wird, das heißt, dass das relevante technologische Know-how aus Deutschland abgezogen wird oder für den kurzfristigen Erfolg eine Kostenminimierungsstrategie gefahren wird.“

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  • Herr Ciller Gurcae@Das können Sie an den Kursen ablesen. Das Geld geht in die USA oder wo es noch sicher ist, jedoch keinesfalls in die EU, in der soziale Unruhen und Bürgerkriege bevorstehen..

  • Interessant wäre: Was machen die Verkäufer dann mit den vielen, vielen Millionen Euros? Italienische Staatsanleihen? Ackerland in Afrika? Oder in der Ukraine? Gold? Schweizer Franken?

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