Beteiligungsmarkt Wie die Brautschau zur Partnerschaft führt

Finanzinvestoren bringen immer Kapital und immer öfter gute Ideen mit. Doch die Aufnahme eines Investors ist komplex und kostet viel Zeit. Nicht immer geht das reibungslos. Worauf Unternehmer bei der Wahl achten sollten.
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Die Silhouette eines frisch vermählten Hochzeitspaares: Investoren und Unternehmen müssen lange für die Harmonie arbeiten. Quelle: dpa
Brautschau erfolgreich beendet

Die Silhouette eines frisch vermählten Hochzeitspaares: Investoren und Unternehmen müssen lange für die Harmonie arbeiten.

(Foto: dpa)

BerlinDie Zusammenarbeit mit einem Private-Equity-Partner kann gerade für Mittelständler ein großer Wachstumsmotor sein. Wenn nämlich mit dem Investor nicht nur frisches Geld ins Haus kommt, sondern dieser auch zusätzliches Know-how und ein Netzwerk mit erstklassigen Experten mitbringt.

Dafür ist die Wahl des richtigen Partners allerdings Voraussetzung. Sind die Hausaufgaben nicht richtig gemacht, droht am Ende das böse Erwachen. Gerade zwischen eigentümergeführten Unternehmen und den Finanzinvestoren gibt es häufig Konfliktpotenzial, das sich vermeiden lässt.

Dabei beginnt die Suche im eigenen Betrieb. Nach dem Branchen-Motto „Nur eine hübsche Braut findet auch den richtigen Partner“ geht es darum, Kennzahlen und Strukturierung auf Vordermann zu bringen. „Die Aufnahme eines Private-Equity-Investors ist sehr komplex und kostet viel Zeit, besonders um den Betrieb steuer- und gesellschaftsrechtlich sauber aufzustellen“, sagt Björn Stübiger, Leiter Corporate Finance M&A und Partner bei Rödl&Partner in München. Damit sollte im besten Fall möglichst ein bis zwei Jahre vor dem geplanten Einstieg begonnen werden.

Geld eintreiben in sieben Schritten
Lassen Sie sich nicht narren!
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Offene Forderungen sind nicht nur ärgerlich, sondern gefährden auch die Existenz unzähliger Firmen. Das Creditreform-Magazin.de hat sieben Schritten formuliert, wie Mahnschreiben, Mahnbescheid, Klage und Inkassodienstleister tatsächlich helfen.

Schritt 1: Rechnung schreiben
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Nach Abschluss eines Auftrags - bei Handwerkern nach Abnahme der Leistung - sollten Sie zügig eine prüffähige Rechnung schreiben mit einem konkretem Zahlungstermin. Außer den vertraglich vereinbarten Punkten sollten Sie auch alle Pflichtangaben notieren, die das Umsatzsteuergesetzt verlangt; formale Fehler sind oft Anlass dazu, nicht zu zahlen. Beim Zahlungsziel gilt: Seit Inkrafttreten der EU-Zahlungsverkehrsrichtlinie (2014), dürfen Unternehmen ihren Geschäftspartnern nur noch ein Ziel von maximal 60 Tagen gewähren. Alles andere muss ausdrücklich vereinbart werden. Bei öffentlichen Auftraggebern gilt eine Frist von 30 Tagen.

Schritt 2: Mängel beseitigen
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Ein häufiger Einwand von Kunden, die ihre Rechnung nicht begleichen, sind Mängel. Sollten die berechtigt sein, müssen Sie sie zunächst umgehend beseitigen.

Schritt 3: Zahlung kontrollieren
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Es ist zum Verzweifeln, wenn Sie keinen Überblick über Ihre Außenstände haben. Überwachen Sie daher regelmäßig mit einer Excel-Liste, einem Buchführungs- oder einem anderen PC-Programm, welche Rechnungen noch nicht bezahlt sind.

Schritt 4: Kunden anrufen
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Wenn Ihr Kunde seine Rechnung nicht begleicht, sonst aber eigentlich immer pünktlich gezahlt hat, sollten Sie kurz anrufen, und ihn an die Zahlung erinnern. Bei einem guten Kunden lässt sich bei einem vorübergehenden Liquiditätsengpass ja auch eine Ratenzahlung vereinbaren – aber immer schriftlich mit Schuldanerkenntnis für die Gesamtforderung.

Schritt 5: Richtig mahnen
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Verschicken Sie höchstens drei, nicht nummerierte Mahnschreiben und stellen Sie direkt im ersten Brief fest, dass sich der Kunde im Verzug ist. Berechnen Sie 30 Tage nach Erhalt der Ware oder Abnahme der Leistung Verzugszinsen – bei Privatkunden sollten Sie darauf aber nochmal gesondert hinweisen. Aktuell liegt der Verzugszins bei Privatkunden bei fünf, bei Geschäftskunden bei neun Prozentpunkten über dem Basiszinssatz. Außerdem wird nach der neuen EU-Zahlungsverzugsrichtlinie eine Pauschale von 40 Euro fällig.

Schritt 6: Mahnantrag stellen und klagen
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Einen Anwalt beauftragen oder einen Mahnbescheid beantragen können Sie selbst über Portale wie beispielsweise online-mahnantrag.de. Wenn der Schuldner nicht widerspricht, erlässt das Gericht den Vollstreckungsbescheid – andernfalls geht das Verfahren in eine Klage über. Wenn deutlich wird, dass der Schuldner partout nicht bezahlen will, klagen Sie am besten direkt.

Weitere Herausforderung ist, das Feld möglicher Investoren einzugrenzen. Die Private-Equity-Häuser in Deutschland haben sich in den vergangenen Jahren zum einen immer stärker auf bestimmte Themen spezialisiert wie Nachfolge, Wachstum, Internationalisierung in bestimmte Länder oder Restrukturierung.

So wird der Anbietermarkt überschaubar
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