Betriebliche Altersversorgung
Schweden ist das Vorbild

Geld für die Pension: Auf der betrieblichen Altersversorgung ruhen große Hoffnungen. Doch viele Unternehmen haben Vorbehalte. Schweden zeigt, mal wieder, wie es wirklich geht – mit erstaunlichen Ergebnissen.

DüsseldorfDie Tücke von Zahlen besteht in den unterschiedlichen Möglichkeiten, sie zu deuten. Wer es gut meint mit dem Modell der betrieblichen Altersversorgung (bAV), der verweist auf den bemerkenswerten Anstieg ihres Verbreitungsgrads in den vergangenen Jahren.

Der Durchdringungsgrad mit einem der fünf möglichen Alternativen der bAV – Direktversicherung, Pensionskasse, Direktzusage, Unterstützungskasse oder Pensionsfonds – liegt nach den jüngsten Erhebungen des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales hierzulande bei knapp 60 Prozent.

2001, im Jahr vor der Einführung des Rechtsanspruchs der Beschäftigten auf Entgeltumwandlung, betrug die Durchdringungsquote der zweiten Säule der Altersvorsorge kaum 49 Prozent.

Wer die bAV kritischer sieht, der vergleicht die aktuell erreichten rund 60 Prozent Durchdringungsquote in Deutschland mit dem Wert anderer Staaten. Schweden, die Niederlande oder Australien schaffen es je auf mehr als 90 Prozent, hat Versicherer Zurich ermittelt.

Andrea Nahles, Bundesministerium für Arbeit und Soziales, gehört zu jenen, denen die 60-Prozent-Marke viel zu gering erscheint. Seit Herbst 2014 geistert daher das Modell der „Nahles-Tarifrente“ durch das wirtschaftspolitische Berlin. Mit ihm will die SPD-Politikerin der müden bAV-Quote Beine machen: Aus der bAV-Option soll eine Pflicht werden. Zudem sollen Arbeitergeberverbände und Gewerkschaften die korporatistischen Megatariffonds managen.

Der Nahles-Plan hat die Versicherungsbranche aufgeschreckt. Gerade kleinere Anbieter fürchten, dass die wenigen Platzhirsche das bAV-Geschäft unter sich aufteilen werden. Auch Gewerkschaften und Arbeitgeber reagieren zurückhaltend bis abweisend. Während die Arbeitnehmerorganisationen die Chefs gleich zur Einzahlungspflicht verdonnern möchten, befürchtet Ingo Kramer, Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeber, dass die Tariffonds der Sargnagel für die bestehenden fünf bAV-Optionen sein würden.

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