Controlling über Ländergrenzen
Einheitliche Kennzahlen gefragt

Mit dem internationalen Wachstumskurs steigen die Herausforderungen für Mittelständler: Erfolgreiche Aktivitäten im Ausland hängen auch von der Harmonisierung der Finanzsysteme ab und benötigen gute Planung.

HamburgDer Oberpfälzer Mittelständler Wiesauplast produziert Kunststoffteile für Brems- und Hydrauliksysteme in Autos – in Bayern und im mexikanischen San José Iturbide. Die 640 Mitarbeiter erwirtschaften etwa 60 Millionen Euro Umsatz. In Mexiko fakturiert Wiesauplast weitgehend in US-Dollar. „Damit minimieren wir unsere Währungsrisiken um gut 50 Prozent“, erläutert Geschäftsführer Hans Ammer.

Wöchentlich berichtet die mittelamerikanische Schwester dem Management im Mutterhaus. Dank eines ERP-Systems lassen sich die wichtigsten betriebswirtschaftlichen Kennzahlen von Materialeinsatz bis Umsatz problemlos einsehen. „Diese Transparenz erhöht unsere unternehmerische Sicherheit“, betont Ammer.

Eine Erfahrung vieler international tätiger Mittelständler: Wichtig ist eine einheitliche Definition der Daten über Ländergrenzen hinweg. Zudem hilft ein Konzernkontenplan, so Michael Daub, Interim Manager und Experte für internationale Finanzprozesse in Unternehmen: „In seiner Beschreibung wird festgelegt, welche Geschäftsvorfälle auf welche Konten gebucht werden.“ Auch eine einheitliche Unternehmensplanung sei wichtig.

Daub empfiehlt international tätigen Mittelständlern ein Konsolidierungssystem, in dem die Planungen der einzelnen Länder und Bereiche zusammengefügt werden: „Damit können Kennzahlen konzernweit ermittelt werden – einheitlich und für jeden nachvollziehbar.“ Das sei die Basis „für die Entscheidungen des Managements“. Nicht selten blockierten Ländergesellschaften ein einheitliches Finanzsystem.

Dass Zulieferer wie Wiesauplast die Auflagen der Konzerne erfüllen müssen, ist für Robert Betz vom IT-Dienstleister CSC Deutschland ein wichtiger „Treiber“ der Harmonisierung von IT-Systemen: „Automobilhersteller schicken oft Auditoren in die Betriebe, um sich die Vorgänge in der Fertigung und Verwaltung anzusehen und die eingesetzte IT zu überprüfen.“

Ländergrenzen spielten dabei keine Rolle. Betz empfiehlt Mittelständlern, die Vereinheitlichung ihrer Finanzsysteme „nicht nebenher zu machen“, sondern als exakt definiertes Projekt aufzusetzen und dafür mindestens sechs Monate Zeit anzusetzen.

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