Crowd-Kapital Schöne neue Finanzierungswelt

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„Finanzierungsmöglichkeiten erfordern Professionalisierung“
Geld eintreiben in sieben Schritten
Lassen Sie sich nicht narren!
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Offene Forderungen sind nicht nur ärgerlich, sondern gefährden auch die Existenz unzähliger Firmen. Das Creditreform-Magazin.de hat sieben Schritten formuliert, wie Mahnschreiben, Mahnbescheid, Klage und Inkassodienstleister tatsächlich helfen.

Schritt 1: Rechnung schreiben
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Nach Abschluss eines Auftrags - bei Handwerkern nach Abnahme der Leistung - sollten Sie zügig eine prüffähige Rechnung schreiben mit einem konkretem Zahlungstermin. Außer den vertraglich vereinbarten Punkten sollten Sie auch alle Pflichtangaben notieren, die das Umsatzsteuergesetzt verlangt; formale Fehler sind oft Anlass dazu, nicht zu zahlen. Beim Zahlungsziel gilt: Seit Inkrafttreten der EU-Zahlungsverkehrsrichtlinie (2014), dürfen Unternehmen ihren Geschäftspartnern nur noch ein Ziel von maximal 60 Tagen gewähren. Alles andere muss ausdrücklich vereinbart werden. Bei öffentlichen Auftraggebern gilt eine Frist von 30 Tagen.

Schritt 2: Mängel beseitigen
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Ein häufiger Einwand von Kunden, die ihre Rechnung nicht begleichen, sind Mängel. Sollten die berechtigt sein, müssen Sie sie zunächst umgehend beseitigen.

Schritt 3: Zahlung kontrollieren
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Es ist zum Verzweifeln, wenn Sie keinen Überblick über Ihre Außenstände haben. Überwachen Sie daher regelmäßig mit einer Excel-Liste, einem Buchführungs- oder einem anderen PC-Programm, welche Rechnungen noch nicht bezahlt sind.

Schritt 4: Kunden anrufen
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Wenn Ihr Kunde seine Rechnung nicht begleicht, sonst aber eigentlich immer pünktlich gezahlt hat, sollten Sie kurz anrufen, und ihn an die Zahlung erinnern. Bei einem guten Kunden lässt sich bei einem vorübergehenden Liquiditätsengpass ja auch eine Ratenzahlung vereinbaren – aber immer schriftlich mit Schuldanerkenntnis für die Gesamtforderung.

Schritt 5: Richtig mahnen
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Verschicken Sie höchstens drei, nicht nummerierte Mahnschreiben und stellen Sie direkt im ersten Brief fest, dass sich der Kunde im Verzug ist. Berechnen Sie 30 Tage nach Erhalt der Ware oder Abnahme der Leistung Verzugszinsen – bei Privatkunden sollten Sie darauf aber nochmal gesondert hinweisen. Aktuell liegt der Verzugszins bei Privatkunden bei fünf, bei Geschäftskunden bei neun Prozentpunkten über dem Basiszinssatz. Außerdem wird nach der neuen EU-Zahlungsverzugsrichtlinie eine Pauschale von 40 Euro fällig.

Schritt 6: Mahnantrag stellen und klagen
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Einen Anwalt beauftragen oder einen Mahnbescheid beantragen können Sie selbst über Portale wie beispielsweise online-mahnantrag.de. Wenn der Schuldner nicht widerspricht, erlässt das Gericht den Vollstreckungsbescheid – andernfalls geht das Verfahren in eine Klage über. Wenn deutlich wird, dass der Schuldner partout nicht bezahlen will, klagen Sie am besten direkt.

Simon Brunke, Mitgründer der Plattform Exporo.de, kann sein Angebot einordnen: „Schwarmgeld ist für viele Mittelständler eine Liquiditätsüberbrückung.“ Die neue Vielfalt der Finanzierungsmöglichkeiten erfordert vom Mittelständler eine stärkere Professionalisierung. „Er muss auf Augenhöhe mit den potenziellen Finanzierungspartnern kommen“, rät Sven Oleownik, verantwortlich für das Deutschland-Geschäft der Investmentgesellschaft Gimv. Die kaufmännische Leitung vieler Mittelständler denke und handle in Finanzierungsfragen zwar „zunehmend strategisch“. Dazu gehöre auch die wachsende Bereitschaft, Finanzinvestoren Firmenanteile zu überlassen.

Doch angesichts der Vielzahl an Möglichkeiten fehlt vielen Firmen eine Strategie aus einem Guss, die aus den einzelnen Bausteinen ein durchdachtes Konzept macht – meist weil es am Know-how und der Erfahrung fehlt.

So mancher Mittelständler schaut daher aufmerksam nach Ditzingen, wo der Werkzeugmaschinen-Herstellers Trumpf vor längerer Zeit seine eigene Bank gegründet hat. Das konzerneigene Institut vergibt auch an solche Firmen einen Kredit, die von anderen Geldhäusern abgelehnt werden, weil ihnen das Risiko zu hoch erscheint. „Wir aber verstehen das Geschäft unserer Kunden und können Risiken deshalb besser beurteilen“, sagt Hans-Joachim Dörr, Chef von Trumpf Financial Services.

500.000 Euro ist die durchschnittliche Höhe der von ihm vergebenen Darlehen. Mittlerweile zeigt sich: Das Geschäft bietet für Trumpf mehr Chancen als Risiken: Über das eigene Finanzierungsangebot hat der Maschinenbauer 2016 mehr als 200 Millionen Euro Neugeschäft an Land gezogen.

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