Crowdlending

Umschwärmter Mittelstand

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Option für Immobilienunternehmen
So legen die Deutschen ihre Ersparnisse an
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Zwölf Prozent der Deutschen legen ihre Ersparnisse im Februar in Aktien an. Insgesamt beziffert das Deutsche Aktieninstitut die Quote der Deutschen, die in Unternehmensanteile investieren, auf 14 Prozent. Dies sei viel zu niedrig, meinen die Aktienlobbyisten.

Quelle: comdirekt

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Auf Platz neun landet das Festgeld. 16 Prozent der Deutschen legen bei ihrer Bank ihr Geld für mindestens 30 Tage, höchstens aber fünf Jahre an. Dabei ist der Zinssatz für die vereinbarte Anlagedauer fix. Beim Festgeld lohnt es sich, Banken zu vergleichen.

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Jeder fünfte Deutsche legt sein Geld in Fonds an. Diese werden von Fondsmanagern verwaltet, die das eingesammelte Geld in Aktien, Obligationen, Immobilien und andere Wertpapiere anlegen. 2015 lagen laut Bundesverband der Investmentgesellschaften 2,2 Billionen Euro in deutschen Publikumsfonds.

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Platz sechs teilen sich zwei Arten, Geld anzulegen. Zum einen die Altersvorsorge: 27 Prozent der Deutschen sparen beispielsweise mit privaten Lebens- und Rentenversicherungen oder dem Kauf von Immobilien, um die drohende Altersarmut zu vermeiden.

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Genau so viele Deutsche verlassen sich auf eine Lebensversicherung, die Risiken wie Tod oder Invalidität absichern, und Versicherungen für die private Altersvorsorge. 2015 wurden laut Umfrage des Datenportals Statista in Deutschland insgesamt etwa 82,3 Milliarden Euro ausgezahlt.

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Rund zwei Prozent mehr, also 29 Prozent der Deutschen, gaben im Februar 2017 an, einen Bausparvertrag zu nutzen, um ihr Geld anzulegen. Meistens wir diese Art der Geldanlage genutzt, um Immobilien zu finanzieren.

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Fast jeder dritte Deutsche spart, indem er sein Geld im Sparstrumpf, unter der Matratze oder anderswo in der Wohnung versteckt. Bargeld gehört immer noch zu einer der beliebtesten Sparmaßnahmen, auch wenn es keine Zinsen, keinen Ertrag und auch keine Rendite verspricht. Hauptgrund für das Sparen zu Hause ist Misstrauen gegenüber Banken.

Crowdlending ist auch für Martin Koll, Geschäftsführer der WVM Immobilien + Projektentwicklung GmbH, ein willkommenes Finanzierungsinstrument. Seine Firma entwickelt, baut und saniert Wohnungen. Rund 100 Mitarbeiter gehören zum Kölner Unternehmen. Koll beziffert das aktuelle Volumen für alle laufenden Projekte auf 600 Millionen Euro. Er hat im August 2016 über die auf Immobilienfirmen spezialisierte Crowdinvesting-Plattform Exporo rund 775.000 Euro für ein Bauprojekt eingesammelt. „Die Platzierung hat nur neun Tage gedauert.“ Den Crowd-Investoren zahlt das Unternehmen einen jährlichen Zins von fünf Prozent.

Für Koll hat dieser Weg den Vorteil, schnell und unbürokratisch an Kapital zu kommen. Der Aufwand sei deutlich geringer als beispielsweise Mittelstandsanleihen zu platzieren. Dass er gegenüber den Crowd-Investoren sein Unternehmen ein Stück weit offenlegen muss, stört ihn nicht. „Das sind keine Firmengeheimnisse. Unsere Bilanzen kann jeder auch öffentlich über den Bundesanzeiger einsehen.“

Über Exporo müssen Anleger keine Gebühren zahlen, der Kreditnehmer hingegen schon. „Für den Fall, dass der anvisierte Finanzierungsbetrag über die Crowd-Anleger nicht zustande kommen sollte, sorgen wir vor“, sagt Exporo-Sprecher Julian Oertzen. So gibt es die Möglichkeit, dass Großinvestoren aus dem Netzwerk von Exporo die Lücke bis zum Funding-Ziel schließen. „Im Zuge der verschärften Eigenkapitalanforderungen – Stichwort Basel II und III – ist es für Immobilienunternehmen zum Teil schwieriger geworden, an Fremdkapital zu kommen“, weiß Oertzen. Dies sei ein Grund gewesen, die Crowd­investing-Plattform vor mehr als drei Jahren zu gründen.

Wie etabliert derlei Finanzierungsinstrumente heute sind, erkennt man auch daran, dass die Commerzbank 2016 als erste deutsche Großbank einen neuen Finanzierungsmarktplatz für mittelständische Unternehmen entwickelt hat. Die sogenannte Peer-to-Peer-Lending-Plattform trägt den Namen Main Funders. Dort können Kunden der Mittelstandsbank ihre Investitionsvorhaben potenziellen Investoren vorstellen, um diese für eine Finanzierung zu gewinnen. Die Volumina liegen zwischen 200.000 Euro und zehn Millionen Euro.

Michael Kotzbauer, Bereichsvorstand Corporate Banking der Commerzbank sagt: „Hohe Investitionsbedarfe, etwa im Zuge von Digitalisierung und Industrie 4.0, stehen heute mehr denn je einer hohen Liquidität durch die anhaltend niedrigen Einlagenzinsen gegenüber.“ Daraus ergebe sich ein neuer Bedarf an Zusatzangeboten zum herkömmlichen Finanzierungs- und Anlagegeschäft.

Crowdlending hat sich in den vergangenen Jahren vor allem bei kleineren Start­ups etabliert. Laut dem Informationsportal crowdfunding.de wurde im Jahr 2016 in Deutschland ein Volumen von 63,8 Millionen Euro realisiert – ein Wachstum gegenüber 2015 von 39 Prozent. 2011 waren es gerade einmal 1,4 Millionen Euro. Für Mittelständler sollten Crowd-Darlehen allerdings nur einen kleinen Teil der Finanzierungen ausmachen, etwa als Ergänzung zur Hauptfinanzierung über die Geschäftsbank.

Und auch Investoren sollten sich genau ansehen, mit welchem Kreditnehmer sie es zu tun haben. Crowd-Plattformen bieten Unternehmen das gesammelte Kapital zumeist in Form von nachrangigen Darlehen an. Sie gehören bei Unternehmen zum Mezzanine-Kapital und sind Finanzinstrumente, die im Insolvenzfall im Rang hinter andere Forderungen gegen das schuldende Unternehmen zurücktreten. Außerdem haben Anleger bei nachrangigen Darlehen keine direkten Mitspracherechte, wie beispielsweise auf der Hauptversammlung einer Aktiengesellschaft.

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