Devisen
Das Währungsrisiko in den Griff bekommen

Exportorientierte Firmen können sich nun auch in Frankfurt gegen Kursschwankungen des Yuans absichern.
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FrankfurtWeltweit haben mittlerweile 20 Notenbanken ihre Leitzinsen verändert. Die Folge davon bekommen exportorientierte Unternehmen täglich zu spüren: Die Währungskurse sind deutlich volatiler geworden in den vergangenen Wochen.

Der erstarkte US-Dollar und der souveräne Schweizer Franken zeigen dabei eines: Die Trends auf den weltweiten Devisenmärkten sind kaum noch berechenbar. Mit Blick darauf, dass viele mittelständische Unternehmen mittlerweile auch international außerhalb der Euro-Zone agieren, stellen die jüngsten Währungsbewegungen für sie ein zusätzliches Problem dar. „Wir erleben, dass viele Firmen gar keine konkrete Strategie für Währungsschwankungen haben“, sagt Martin Keller, Leiter des Zins-, Währungs- und Anlagemanagements der Mittelstandssparte der Commerzbank AG. Früher war das auch kaum notwendig.

Dass so viele Zentralbanken mit ihrer Zinspolitik die Währungskurse treiben, ist vergleichsweise neu. „Früher war der Umrechnungskurs in Währung in einer Bilanz sehr starr. Man plante das mitunter nur einmal im Jahr“, erläutert Keller. Doch diese Zeiten sind vorbei. Heute müssen sich die Unternehmen mehr Zeit nehmen, um sich über die Devisenmärkte zu informieren und auf dieser Basis Entscheidungen für ihr Cash-Management zu treffen.

Die Frage dabei ist: Welche Geschäfte müssen auf welcher Basis und wie abgesichert werden? Soll nur die Einkaufsseite oder auch die Verkaufsseite gegen Schwankungen „gehedged“ werden? Und über welchen Zeitraum? Keine Frage - die Bedeutung eines Währungsmanagements hat zugenommen. Doch nicht jede Hausbank ist in der Lage, ihre mittelständischen Firmenkunden ausreichend über die verschiedenen Absicherungsmöglichkeiten, wie Termingeschäfte und Währungsfutures, zu informieren.

Lange Zeit fokussierte sich der Handel zudem auf den US-Dollar. Doch nun gewinnt der chinesische Yuan mehr und mehr an Bedeutung. Vor allem deutsche Maschinenbauer und Zulieferer sind bereits seit langem in China aktiv. War die chinesische Währung früher in Europa kaum handelbar, ist diese Schranke nun gefallen.

Seit November 2014 gibt es auch in Frankfurt eine Clearingstelle für den Yuan. „Das hat für den deutschen Mittelständler den Vorteil, dass er nicht mehr über Hongkong oder Singapur gehen muss“, sagt Jörg Hessel von der DZ Bank. Neben dem Mehraufwand sind so auch neue Absicherungsmethoden für den Yuan möglich, der genauso wie alle anderen Weltwährungen schwankt. Einige Banken wie die DZ Bank bieten nun eine Währungsabsicherung von bis zu 15 Jahren für die Währung an.

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