Dienstwagen
Bischöfe fahren lieber Oberklasse statt Oldtimer

Dem Papst „tut es weh“, wenn Kirchenmänner neueste Dienstwagen fahren. Deutsche Bischöfe müssen sich im Zuge der „Protz“-Affäre rechtfertigen. Viele fahren große Limousinen – doch sie leasen und werden bescheidener.
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DüsseldorfPapst Franziskus fährt Ford und Fiat. Seit kurzem hat das Kirchenoberhaupt sogar einen Renault 4 im Fuhrpark. Ein Geschenk des Dorfpfarrers – 29 Jahre und 300.000 Kilometer hat der Wagen auf dem Buckel. Nun kann der Papst auch mit 30 PS durch Rom fahren. Der R4 ist die Auto gewordene neue Bescheidenheit, die Franziskus predigt.

Ganz so bescheiden sind die deutschen Bischöfe und Kardinäle nicht unterwegs. Oberklasse statt Oldtimer ist oft die Devise, wie eine neue Umfrage der dpa jetzt zeigt. Dabei stehen die Oberhirten der deutschen Katholiken durch die Affäre um den „Protz“-Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst besonders im Fokus. Obwohl der Limburger Bischof laut der „Frankfurter Rundschau“ selbst gerade einmal einen VW Passat fährt, müssen sich seine Kollegen unangenehmen Nachfragen zu ihren Dienstwagen stellen.

Papst Franziskus ist daran nicht unschuldig. Hatte der Argentinier im Juli doch angehenden Priestern eingebläut: „Mir tut es weh, wenn ich einen Priester oder eine Schwester mit dem neuesten Automodell sehe: Das geht doch nicht!“ Das Fahrrad sei ein angemessenes Fortbewegungsmittel. Wenn es denn ein Auto sein müsse, dann doch bitte ein bescheidenes Modell. Ein 7er BMW wie er dem Kölner Kardinal Joachim Meisner zur Verfügung steht, ein Mercedes Hybrid E300 Bluetec, in dem Bischof von Dresden-Meißen Heiner Koch unterwegs ist oder ein VW Phaeton mit dem sich Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck fahren lässt, passen so gar nicht zu dieser Vorgabe.

„Und wenn euch dieses tolle Modell gefällt, denkt an die vielen Kinder, die an Hunger sterben“, mahnte Papst Franziskus außerdem – die obersten Kirchenführer in Deutschland sind entsprechend genervt von der Dienstwagen-Debatte. Die meisten argumentieren, dass sie die Oberklasse-Wagen zum mobilen Arbeiten benötigen. Ruhrbischof Overbeck fahre im vergleichsweise großen VW Phaeton wegen seiner langen Beine, sagt sein Sprecher. Bischof Koch nutze seinen Mercedes Hybrid E300 auf langen Fahrten intensiv als Büro. Und Kardinal Meisner lebe ansonsten persönlich doch „immer schon beinahe anspruchslos“, sagt ein Sprecher.

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Gute Leasingpreise für Bistümer

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  • Das könnte daran liegen, dass die Pauschalaussagen von ihnen stammen, Steini1.

  • Rethorische Frage, Steini1. Sie erwarten sowieso keine Antwort. Und wenn ich ihnen eine liefere sind Sie nicht damit zufrieden.

    Und jeder hat das Recht sich zu äußern. Das heißt "negative Redefreiheit".

  • Ja. Definitiv mehr als Sie.

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