Dienstwagenmanagement

E-Autos drängen in die Flotte

Firmenwagen mit Elektroantrieb lohnen bisher fast nur in Pilotprojekten. Besonders Kommunen setzen bislang auf die neue Technologie. Doch jetzt denken viele Flottenmanager um – und hoffen auf Kaufprämien.
Kommunen fahren bei der Elektromobilität vornweg. Quelle: Wirtschaftsförderung Frankfurt
Neue Autos für den Fuhrpark der Stadt Frankfurt

Kommunen fahren bei der Elektromobilität vornweg.

Quelle: Wirtschaftsförderung Frankfurt

KölnFür seine Firmenflotte hat Ove Petersen eine Vision: Irgendwann sollen ausschließlich Elektroautos im Dienste von GP Joule unterwegs sein. Anfang des Jahres ist der Geschäftsführer dem ehrgeizigen Ziel einen großen Schritt näher gekommen. Auf einen Schlag hat Petersen 15 BMW i3 geleast. Jetzt fährt schon ein Drittel der 60 Firmenwagen mit Strom. GP Joule verdient sein Geld mit erneuerbaren Energien – als Projektierer von Kraftwerken. Petersen geht es nicht allein um Imagepflege – sondern auch um finanzielle Aspekte: „Kalkuliert man mit einem Dieselpreis von einem Euro pro Liter, fahren unsere Stromer für rund die Hälfte der Energiekosten.“

Und die monatlichen Leasingraten von knapp 300 Euro seien dank staatlicher Zuschüsse im Rahmen eines Forschungsprojekts vergleichbar mit denen konventioneller Fahrzeuge. „Langfristig holen wir auch die Kosten für unsere 18 Ladepunkte wieder rein“, sagt Petersen. Pro Stück haben sie zwischen 3500 und 4000 Euro gekostet.

So günstig wie bei GP Joule fällt eine Wirtschaftlichkeitsberechnung selten aus, wenn es um E-Autos geht. Jedenfalls heute. Doch das Interesse von Flottenmanagern wächst: Gewerbliche Kunden sind der Treiber dafür, dass die Zahl der Zulassungen von Elektroautos im vergangenen Jahr um immerhin 4000 Stück zugelegt hat. Laut Kraftfahrt-Bundesamt wurden 2015 insgesamt knapp 12.400 reine Elektroautos zugelassen. Hinzu kamen 11.000 Plug-in-Hybride, also Autos mit Benzin- und Elektromotor. Allerdings: Gemessen an den Gesamtzulassungen von 3,2 Millionen Fahrzeugen ist der Marktanteil der Stromer weiterhin gering. Sprunghaft ansteigen könnten die Zahlen durch die jüngst beschlossene Kaufprämie für E-Autos.

Das sind die Firmenwagen des Jahres
21 Firmenautos des Jahres 2016 gewählt
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Die Flottenmanager bewerteten für die Fachzeitschrift „Firmenauto“ neben Fahrverhalten und Komfort insbesondere die Wirtschaftlichkeit des Autos. Dazu waren sie mit den 164 Autos (jedes Modell war mit zwei Testwagen vertreten) auf 2.043 Fahrten exakt 1.392 Stunden unterwegs. In jeder Klasse wurde jeweils ein Gesamt- und ein Importsieger ermittel, in einer Kategorie gab es nur eine Gesamtwertung, in drei Klassen war das beste Auto ein Importfahrzeug. Somit dürfen 21 Modelle das Prädikat „Firmenauto des Jahres“ tragen ...

Kategorie Minicars:
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Sieger der Importwertung wurde der Seat Mii 1.0 Ecofuel.

Die Jury zum „Firmenauto des Jahres“ sind ausgewiesene Fahrzeugprofis aus den Bereichen Fuhrpark-/Flottenmanagement. Sie betreuen in ihren Unternehmen in Deutschland weit über 200.000 Fahrzeuge.

Die Zeitschrift "Firmenauto" vergibt den Award bereits seit 1999. Bewertet werden die Fahrzeuge in folgenden Kategorien: Karosserie und Innenraum, Komfort, Antrieb und Fahreigenschaften, Design, Image, Preis, Umwelt.

Kategorie Minicars:
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Sieger der Gesamtwertung wurde das Smart Fortwo Coupé 0.9 Turbo Twinamic.

Kategorie Kleinwagen:
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Der Sieg in der Importwertung geht an den Hyundai i20 1.4 CRDi

Kategorie Kleinwagen
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Der Sieg in der Gesamtwertung geht an den Opel Adam 1.0 DI-Turbo

Kategorie Kompaktklasse
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Der Sieg in der Importwertung geht an den Peugeot 308 SW Blue HDi 120 EAT6 und, weil es hier zwei Sieger gibt ...

Kategorie Kompaktklasse
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Der geteilte Sieg in der Importwertung geht neben dem Peugeot 308 SW auch an den Renault Megane dCi 130.

„Davon erhoffen wir uns einen deutlichen Schub“, sagt Kurt Sigl, Präsident des Bundesverbands E-Mobilität. Für reine Elektroautos sind 4000 Euro vorgesehen und für Plug-in- Hybride 3000 Euro. Die Aussicht auf ein baldiges Wachstum hat auch Leasingunternehmen auf den Plan gerufen. „Lange gab es gar keine Angebote, aber jetzt schnüren Leasingfirmen zunehmend Pakete speziell für gewerbliche E-Autos“, sagt Sigl.

Zu den Vorreitern gehört die BMW-Tochter Alphabet, die bereits mehr als 2000 Elektroautos in Firmenflotten integriert hat – gut die Hälfte davon mit staatlicher Förderung, etwa im Rahmen regionaler Pilotprojekte. Nach Einschätzung von Tim Beltermann, Leiter Vertrieb und Marketing bei Alphabet Deutschland, wird der Markt aber auch ohne Förderung wachsen. „Die Nachfrage nach E-Autos für die gewerbliche Nutzung zieht an“, bemerkt ebenfalls Gunter Glück, Geschäftsleitung Vertrieb und Kundenbetreuung bei Leaseplan Deutschland. Der Anbieter rüstet sich auch abseits des Pkw-Markts für den Batterieantrieb-Trend: Seit Februar können Kunden Elektroroller leasen. Bis zu 500 Stück wolle man in diesem Jahr an den Mann bringen, sagt Glück.

Eine Frage der Einstellung
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